In mehreren Städten der USA sind Menschen gegen das Urteil im Fall Trayvon Martin auf die Straße gegangen. Präsident Barack Obama mahnt zur Besonnenheit.

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© Angel Valentin/Getty ImagesProteste in Miami nach dem Freispruch im Fall Trayvon Martin
Tausende Menschen haben in mehreren Städten der USA gegen den Freispruch von George Zimmerman protestiert. Auf dem Union Square im New Yorker Stadtteil Manhattan versammelten sich am gestrigen Sonntagabend Tausende Demonstranten, sie riefen "keine Gerechtigkeit, kein Frieden". Etwa 2.000 Menschen zogen dann über die Straßen in Richtung Times Square, der Verkehr in Manhattan geriet durcheinander. Polizisten versuchten vergeblich, die Menge aufzuhalten. Auch in San Francisco, San Diego, Sacramento und Boston gingen Menschen auf die Straße. Die Los Angeles Times meldete eine erste Verhaftung.

Im vergangenen Jahr hatte der 29-jährige den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin auf einer Patrouille für eine Bürgerwehr erschossen. Das Gericht im US-Bundesstaat Florida sprach ihn nun vom Vorwurf des Totschlags frei. Die sechs Frauen der Jury, darunter fünf Weiße, begründeten, es gebe zu viele Zweifel an seiner Schuld.

Viele Demonstranten halten das Urteil, wie auch schon die Tat selbst, für rassistisch. "Wir haben ein großes Problem mit Rasse und ein anderes Problem mit Waffen", sagte ein Redner, Rodney Rodriguez. Ebenso wie die Demonstranten kritisierte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg das Stand-Your-Ground-Gesetz, das Bürgern in Florida ein ausgeprägtes Recht auf Selbstverteidigung mit Schusswaffen einräumt.

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© Red Huber/Getty ImagesEin Junge hält in Goldsboro, Florida, ein Poster mit dem Bild Trayvon Martins hoch.
Obama ruft zur Ruhe auf

US-Präsident Barack Obama rief derweil zur Ruhe auf. Der Fall habe die Gemüter stark erhitzt, das Urteil des Gerichts müsse aber akzeptiert werden, sagte Obama. "Wir sind ein Rechtsstaat, die Jury hat entschieden." Er forderte "jeden einzelnen Amerikaner dazu auf, den Aufruf zu ruhigem Nachdenken zu befolgen", wie er von Martins Eltern gefordert worden sei.

Dem 29-jährigen Schützen könnte ein weiteres Verfahren vor einem Bund
esgericht bevorstehen. Das US-Justizministerium prüft laut Fox News, ob sich Zimmerman der Verletzung von Bürgerrechten schuldig gemacht haben könnte. Die Behörde hatte bereits nach dem Vorfall im vergangenen Jahr 2012 eigene Untersuchungen eingeleitet, dem staatlichen Strafrechtsprozess in Florida dann aber den Vorrang eingeräumt. Das Justizministerium teilte mit, diese Untersuchungen gingen jetzt weiter. Dabei würden auch die im Florida-Verfahrenen vorgelegten Beweise in Betracht gezogen.

Die Bürgerrechtsbewegung National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) startete eine Petition, in der das US-Justizministerium aufgefordert wird, den Bürgerrechtsfall gegen Zimmerman zu eröffnen. Innerhalb von eineinhalb Tagen unterzeichneten mehr als 200.000 Menschen.

dpa, afp, Reuters, sig