Patna - Nach dem Verzehr einer Mahlzeit aus Reis und Linsen in einer indischen Schulkantine sind mindestens 20 Kinder gestorben, teilte das Bildungsministerium des nordindischen Bundesstaats Bihar der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mit. Auch ein Schulkoch soll den Angaben zufolge gestorben sein.

Proteste gegen Regierung
Während die Ermittlungen zu den Ursachen der Tragödie noch liefen, protestierten hunderte empörte Menschen gegen die Regierung des Bundesstaats. Sie forderten Konsequenzen für die verantwortlichen Beamten.
Der Regierungschef von Bihar, Nitish Kumar, hatte zuvor bereits eine Untersuchung angeordnet. Ein Team aus Forensikern sei an die staatliche Schule des Dorfes Masrakh im Distrikt Saran entsandt worden, um die Todesursache zu klären, teilte er mit. Kumar kündigte zudem an, dass die Familien der toten Kinder Entschädigungen erhalten sollten.
Kostenloses Essen an staatlichen Schulen
In vielen der 29 indischen Bundesstaaten erhalten Kinder aus armen Familien kostenloses Essen an staatlichen Schulen, wodurch auch die Anwesenheitsquote gesteigert werden soll. Wegen Hygienemängeln und minderwertigen Zutaten kommt es jedoch immer wieder zu Lebensmittelvergiftungen.
Steigende Lebensmittelpreise haben den Druck auf die 455 Millionen unter der Armutsgrenze lebenden Bürger des 1,2-Milliarden-Einwohner-Staats in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Bihar gehört zu den ärmsten Bundesstaaten Indiens.
(APA)



Kommentar: In diesem Artikel spricht der staatliche Bildungsminister davon, dass der Reis und die Linsen Spuren von Organophosphat aufgewiesen hätten - ein Insektizid, das für Reis und Weizen benutzt wird. Es werde angenommen, dass der Reis nicht gewaschen worden sei.
Ansässige Dorfbewohner sagten jedoch, dass das Problem anscheinend eine Beilage aus Kartoffeln und Soja war (die in obigem Artikel gar nicht erwähnt wird): Den Kindern, die die Beilage nicht gegessen haben, ginge es gut, obwohl auch sie den Reis mit Linsen gegessen haben sollen.