
Schon am Informationsabend für Angehörige der Opfer, am 7. Mai 2013, erkundigte sich der Bostoner Branden Mattier gemäss «Boston.com», ob seine Tante Anspruch auf Geldhilfe des One Fund habe, wenn sie sich die Beine amputieren lassen muss. Der Fonds wurde kurz nach den Anschlägen am Boston Marathon am 15. April 2013 ins Leben gerufen, um Opfer des Attentats zu unterstützen
Im Juni schickte er dann den Antrag ein, ein Arztzeugnis, unterschrieben vom Trauma-Chef des Boston Medical Center. Doch die Mitarbeiter des One Fund wurden misstrauisch, da sich das Schreiben auffällig von den anderen Anträgen unterschied. Sie informierten das Büro der Justizministerin von Massachusetts, die umgehend eine Untersuchung einleitete.
Den Trickbetrüger ausgetrickst
Die Ermittler fanden schnell heraus, dass das Arztzeugnis eine Fälschung war, und stellten dem 22-Jährigen eine Falle: Ein als One-Fund-Mitarbeiter verkleideter Undercoveragent bot Mattier einen gefälschten Check über umgerechnet rund 2.08 Millionen Franken an. Als der Trickdieb das Wertpapier an sich nahm, wurde er verhaftet.
Mattier muss sich nun vor Gericht wegen versuchten Diebstahls verantworten. Dabei muss sich der Bostoner wohl auch aussergewöhliche Dreistigkeit vorwerfen lassen. Denn davon abgesehen, dass seine Tante noch nie einen Fuss ins Boston Medical Center gesetzt hatte, ist die Dame schon über zehn Jahre tot.
kmo



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