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Die 14-jährige Hannah aus Großbritannien erhängte sich, nachdem sie gemobbt worden war.
Cybermobbing hat erneut ein Todesopfer gefordert. Nachdem letzte Woche eine 14-jährige Italienerin aus dem dritten Stock in den Tod sprang, weil von ihr ein peinliches Video im Internet kursierte und sie daraufhin bei Facebook gemobbt wurde, erhängte sich am Freitag Hannah Smith (14) aus England. Sie wurde vorher auf der Plattform Ask.fm gemobbt und beleidigt. Ask.fm ist in Lettland beheimatet und hat mittlerweile über 60 Millionen User. Anmelden kann man sich schon ab 13 Jahren.

Hannah hatte auf der Website um Hilfe zur Behandlung eines Ekzems gebeten. Daraufhin wurde sie von anderen Usern beleidigt, sie solle sich die Pulsadern aufschneiden und sterben oder direkt Bleichmittel trinken. Dies alles führte dazu, dass Hannah sich erhängte. Gefunden wurde sie von ihrer 16-jährigen Schwester Joanne, welche nun ebenfalls ins Visier der Cybermobber geraten ist.

Trotz ihres Todes wird auch Hannah nicht in Ruhe gelassen. So schreibt ein User, dass es ihre eigene Schuld sei, dass sie sich das Leben genommen habe und ein anderer findet es gut, dass Hannah sich getötet hat. Ihr Vater David Smith fordert nun ein Eingreifen von Großbritanniens Premierminister Cameron, bevor weitere Kinder sterben, da Onlineplattformen großen Einfluss auf Kinder haben. Zu diesem Zweck gibt es Onlinepetitionen, welche Seiten wie Ask.fm verbieten wollen, denn Hannah ist nicht das erste Todesopfer in Folge von Mobbing bei Ask.fm. So wurden schon fünf Kinder aus Großbritannien, Irland und den USA vor ihren Selbstmorden auf der Plattform gemobbt.

Jeder dritte Schüler ist von Cybermobbing betroffen

Einer neuen Studie der Universitäten Münster und Hohenheim zufolge, ist ein Drittel der Schüler von Cybermobbing betroffen. Am häufigsten geschieht dies durch beleidigende Nachrichten oder durch das Weiterleiten von vertraulichen Informationen. Nur 1,9 Prozent der Befragten berichteten über Psychoterror im Netz, wie im Fall Hannah, durch das Hochladen peinlicher Videos oder Bilder. Weiterhin besagt die Studie, dass eine klare Täter-Opfer-Unterscheidung nicht immer möglich ist, da viele Opfer auch Täter sind.

Der Deutsche Philologenverband fordert deshalb eine stärkere Berücksichtigung des Thema Mobbing an Schulen in der Lehrerausbildung. "Das ist eines der schwierigsten Probleme an Schulen", sagte der Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'. Angehende Lehrer sollten einen Fall aus dem Schulleben bekommen, den sie unter Anleitung lösen müssten, denn nur so könnten Lehrkräfte Souveränität gewinnen.