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© ReutersDemonstranten verbrennen ein Abbild des umstrittenen Gurus
Nach der Massenvergewaltigung einer Inderin im Januar gab Guru Asaram Bapu der Frau eine Mitschuld und sorgte damit für Empörung. Nun soll der spirituelle Führer sich selbst sexuell an einer 16-Jährigen vergangen haben.

Ein prominenter Hindu-Guru muss sich wegen des Vorwurfs der sexuellen Gewalt gegen ein 16 Jahre altes Mädchen in Indien verantworten. Guru Asaram Bapu müsse innerhalb von vier Tagen bei der Polizei aussagen, berichtete die indische Nachrichtenagentur IANS am Montag. Er war mit umstrittenen Äußerungen zu einer Massenvergewaltigung in der Vergangenheit in die Schlagzeilen geraten.

Demnach sagte das indische Mädchen in der vergangenen Woche aus, Bapu habe ihm in seinem Ashram (religiöser Rückzugsort) in Jodhpur sexuelle Gewalt angetan. Er gab an, das Mädchen getroffen zu haben, weist die Vorwürfe aber zurück. Nach indischen Medienberichten wird nicht wegen Vergewaltigung gegen den Guru ermittelt. Ein medizinischer Test habe dafür keine Beweise ergeben.

Mädchen war wegen Exorzismus bei Guru

Die gläubigen Eltern der 16-Jährigen, hatten die Jugendliche indischen Medien zufolge für einen Exorzismus zu dem Guru geschickt, nachdem ihre Tochter sich übergeben hatte und über Schwindelgefühl geklagt hatte.

Der spirituelle Guru, der im Norden Indiens viele Anhänger hat, hatte im Januar mit Kommentaren zu der mörderischen Vergewaltigung an einer 23 Jahre alten Studentin einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Nach diesem Fall hatten immer wieder Massenvergewaltigungen in Indien im ganzen Land und international Bestürzung ausgelöst. Damals sagte er in einer Predigt, das Verbrechen wäre nicht passiert, wenn das Opfer Gottes Namen gerufen und die Angreifer „meine Brüder“ genannt hätte. Eine Justizkommission untersucht auch den mysteriösen Tod von zwei Zehnjährigen, die in einem von Bapus Ashrams in die Schule gingen. Sie waren 2008 in der Nähe tot aufgefunden worden.

dwe/dpa