Der St.Galler Stadtrat will das Erdwärme-Projekt im Sittertobel noch weiterführen. In den kommenden Wochen wird nochmals gebohrt, danach soll das Bohrloch aber vorläufig geschlossen werden.
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© KeystoneDer Bohrturm für das St. Galler Geothermie-Projekt.
Es geht weiter und doch nicht weiter mit dem St. Galler Geothermie-Projekt. Nachdem am 20. Juli die Bohrungen im Sittertobel ein Erdbeben der Stärke 3,5 ausgelöst hatten, wurde das Projekt gestoppt. Heute hat der Stadtrat nach langen Beratungen einen vorsichtigen Entscheid gefällt: Die erste Bohrphase, die in der Tiefe von rund 4400 Metern unterbrochen wurde, soll in den kommenden Wochen ganz abgeschlossen werden.

Diese bringt Klarheit darüber, ob überhaupt genügend heisses Wasser für eine Weiterführung des Projekts vorhanden ist. Danach wird die Bohranlage abgebaut und das Bohrloch provisorisch verschlossen. Die Bevölkerung hat uns sehr Mut zu diesem Schritt gemacht«, sagte Fredy Brunner an der heutigen Pressekonferenz. Trotzdem ist der Entscheid nicht leicht gefallen.»

Es gab in dieser Gegend schon früher Erdbeben

Nach dem provisorischen Verschliessen erhalten die Projektverantwortlichen genügend Zeit, um «die Risiken» und das weitere Vorgehen «ohne zeitlichen Druck neu beurteilen zu können.» Doch auch dieses Vorgehen ist nicht ganz ohne Risiko: Nach heutigem Erkenntnisstand haben die Aktivitäten im Bohrloch die «kritisch gespannten Flächen in der Erdkruste aus dem labilen Gleichgewicht gebracht». Ausserdem gab es schon früher Erdbeben in der Nähe, wie zum Beispiel 1835 in Abtwil SG. Weitere Bohrungen könnten also durchaus weitere Erdbeben verursachen.

«Falls nochmals irgendetwas passiert, werden die die Arbeiten am Bohrloch sofort stoppen»,sagt Brunner. In einem ersten Schritt soll nun eine Messsonde mit wichtigen Daten geborgen werden. Man hatte diese im Juli nach dem Erdbeben im Bohrloch zurücklassen müssen.