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© Amr Abdallah Dalsh/ReutersMursi-Anhänger
Am "Freitag der Entschlossenheit" sind in Kairo und anderen Städten mehrere Menschen gestorben, in der Provinz Beni Sueif feuerten Unbekannte auf eine Kaserne.


Bei Protesten von Anhängern des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi in Ägypten hat es erneut Krawalle gegeben. Im Kairoer Bezirk Al-Nosha wurden an einer Straßensperre der Polizei kurz vor Beginn einer Protestaktion ein Unteroffizier und ein Passant erschossen. Zwei weitere Polizisten seien verletzt worden, teilte das Innenministerium mit.

Auf dem zentralen Sphinx-Platz seien die Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen etwa 35 islamistischen Demonstranten vorgegangen, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP. Von den Mursi-Anhängern sei zuvor keine Provokation ausgegangen.

Im Kairos Stadtteil Nasr City hielten Demonstranten Fotos von bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften getöteten Aktivisten in die Höhe.

Nach Informationen des Nachrichtenportals youm7 gingen Anhänger und Gegner der Muslimbruderschaft in der Provinzstadt Benha und in Beni Sueif aufeinander los.

Nach Angaben der Muslimbruderschaft starb in der Stadt Sagasig ein Demonstrant durch Aktionen der Einsatzkräfte. Das Gesundheitsministerium teilte mit, in der Hafenstadt Port Said sei ein Mensch bei einer Straßenschlacht zwischen Demonstranten und Anwohnern getötet worden.

In Beni Sueif schossen Unbekannte vor Beginn der Proteste auf eine Kaserne der Sicherheitskräfte.

Ähnliche Aufläufe gab es in Alexandria, mehreren Städten im Nildelta, Suez, Ismailia, Assiut und anderen Orten.

Die Freitagsproteste der Islamisten verlieren weiter an Zulauf, was auch mit der Ausgangssperre zu tun hat. Sie gilt in 14 der 27 Provinzen von 21 Uhr bis sechs Uhr morgens, an Freitagen schon ab 19 Uhr. Abermals folgten nur wenige tausend Menschen dem Aufruf der Muslimbruderschaft, am "Freitag der Entschlossenheit" friedlich zu protestieren. In einer Stellungnahme, die das Pressebüro der Islamisten-Organisation in London verbreitete, hieß es, die Allianz gegen die Entmachtung von Mursi durch die Armee werde sich "durch die willkürliche Festnahme ihrer Führer nicht besiegen lassen".

Die Armee hatte Mursi, der aus der Muslimbruderschaft stammt, am 3. Juli nach Massenprotesten gegen ihn und seine Regierung abgesetzt. Seitdem stehen die Muslimbrüder und die vom Militär gestützte Übergangsregierung in einem Machtkampf, etwa 2.000 Muslimbrüder kamen in Haft, darunter nahezu die gesamte Führung der Gruppe.

Anhänger beider Seiten mobilisierten zum Massenprotest, der häufig in Gewalt ausartete. Bei Auseinandersetzungen nach der Räumung zweier Protestcamps Mitte August waren innerhalb einer Woche mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen. Internationale Entrüstung war die Folge.

dpa, tst