Nach dem Blutbad auf einem Marinestützpunkt in Washington erschüttert wieder eine Schießerei die USA. Bandenmitglieder in Chicago haben offenbar wahllos aus einem Auto auf eine Menschengruppe geschossen. 13 von ihnen wurden zum Teil schwer verletzt.

Bei einer Schießerei in Chicago sind 13 Menschen verletzt worden, darunter ein dreijähriges Kind. Medienberichten zufolge eröffneten zwei bewaffnete Täter am Donnerstagabend (Ortszeit) das Feuer auf mehrere Menschen, die sich in einem Park der US-Metropole auf einem Basketball-Feld versammelt hatten. Die Ermittler gingen nach ersten Erkenntnissen von Bandenkriminalität aus. Festnahmen gab es zunächst nicht. Alle 13 Opfer seien durch Schüsse verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Der drei Jahre alte Junge wurde in den Kopf getroffen und in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht, schrieb die Zeitung Chicago Sun-Times online. Der Onkel des Kindes, Julian Harris, berichtete, bewaffnete Männer hätten aus einem grauen Auto heraus auf sie geschossen. „Sie trafen den Lichtpfosten neben mir. Ich duckte mich und rannte ins Haus“, sagte der 22-Jährige weiter. Die übrigen Opfer seien zwischen 15 und 41 Jahre alt, teilte die Polizei mit. Der Zustand von vier von ihnen sei ernst.

Banden terrorisieren Chicago seit Jahren

Der Vorfall ereignete sich gegen 22.15 Uhr Ortszeit (5.15 Uhr MESZ) im Cornell Square Park. Zahlreiche Krankenwagen und Polizeiautos eilten zum Tatort. Die Millionenmetropole am Ufer des Michigan-Sees kämpft schon seit langem mit der Kriminalität auf den Straßen. Die Bundespolizei FBI zählte 2012 in der Heimatstadt von US-Präsident Barack Obama 500 Morde, etwa 70 mehr als im Jahr davor. Am Montag waren bei einem Blutbad auf einem Marinestützpunkt in Washington 13 Menschen ums Leben gekommen. Ein 34-Jähriger hatte in einem Kommandogebäude um sich geschossen und zwölf Menschen umgebracht, ehe er von der Polizei getötet wurde.

kma/dpa