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Mit einem lauten Knall ist die britische Fünf-Zentner-Bombe im hannoverschen Stadtteil Vahrenwald um 1.48 Uhr in der Nacht zu Sonnabend erfolgreich gesprengt worden. "Die Fassade am Nachbarhaus ist ein bisschen verschmutzt, aber sonst ist nach ersten Beobachtungen alles heil geblieben", sagte ein Feuerwehrsprecher NDR.de. Es könne aber sein, dass das ein oder andere kaputte Fenster erst bei Tageslicht auffalle. Am Montag sei die Feuerwehr dann wieder vor Ort, um das Gelände, auf dem die Sprengung stattfand, zu räumen. Möglicherweise würden bis dahin noch einige Anwohner kleinere Schäden melden, so der Feuerwehrsprecher.
14.500 Anwohner mussten Wohnungen verlassenDer Einsatz verlief deutlich schneller als geplant. Bereits um 1.20 Uhr war die Evakuierung des Sperrbereichs rund um den Fundort der Weltkriegsbombe in der Melanchthonstraße, Ecke Benzweg, abgeschlossen. 14.500 Anwohner im Sperrbereich Vahrenwald und Hainholz hatten bereits ab 22 Uhr ihre Wohnungen verlassen müssen. "Das hat super geklappt und wir sind froh, dass alles so zeitig über die Bühne ging", sagte der Sprecher. Die insgesamt 865 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Hilfskräften und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten sich eigentlich auf eine längere Nacht eingestellt.
Nachbarschaftsplausch in der TurnhalleGegen 2 Uhr wurde die Sperrzone aufgehoben und alle Anwohner konnten zurück in ihre Wohnungen gehen. 1.065 Menschen hatten den Abend in der Sammelstelle Herschelschule in Vahrenheide verbracht. Viele hätten sich zwar lieber einen entspannten Fernsehabend auf dem heimischen Sofa gemacht. Doch während sie tee- und suppeschlürfend auf Feldbetten in der Turnhalle saßen, erkannten einige den besonderen Wert dieser Situation: Endlich könne man mal Themen erörtern, für die sonst keine Zeit bleibe, sagte ein Ehepaar. Andere spielten Karten. Ein Pärchen stieß in der Turnhalle mit Sekt auf seinen Hochzeitstag an.

Die Stimmung in der Sammelstelle ist gut bis ausgelassen.
Altenheim evakuiertWer sich nicht selbst auf den Weg zur Sammelstelle machen konnte, der wurde gefahren: 130 Transporte mit Krankenwagen waren unterwegs, um Anwohner zu einer zweiten Betreuungsstelle in die IGS Vahrenheide zu bringen. Hier wurden rund 200 laut Feuerwehr Personen betreut. Auch ein Altenheim musste evakuiert werden: Mit 47 Transporten wurden die Bewohner des Alten- und Pflegeeinrichtung Rotermundstraße zur IGS gebracht.
Langzeitzünder der Bombe war abgerissenDer Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte bereits am Nachmittag Stroh sowie mit Wasser gefüllte Big Packs und Übersee-Container auf das Firmengelände gebracht, wo Bauarbeiter die Bombe am Freitagmittag entdeckt hatten. Durch die Barrikade konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst den Evakuierungsradius auf etwa 550 Meter, beziehungsweise auf 800 Meter in Richtung Westen, begrenzen. Sonst wären 25.000 Bürger von der Evakuierung betroffen gewesen. Der Blindgänger musste gesprengt werden, weil der Langzeitzünder der Bombe nach Angaben der Feuerwehr abgerissen war.
An der Grenze der Belastbarkeit"Dieser zweite Kampfmittelfund einen Tag nach der erfolgreichen
Sprengung in Brink-Hafen bringt die Einsatzkräfte an die Grenze der Belastbarkeit, dennoch wurde hochkonzentriert und sehr effektiv zusammengearbeitet", sagte Feuerwehrchef Claus Lange über den 14-Stunden-Einsatz.
Zweite Bombennacht in FolgeDie Bombensprengung war die zweite innerhalb von 24 Stunden in Hannover. Erst in der Nacht zu Freitag hatten die Experten erfolgreich eine
Bombe im Stadtteil Brink-Hafen gesprengt. Ende August musste eine Fliegerbombe in
Hannovers Altstadt entschärft werden.
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