
Vor dem Kapitol in Washington ist eine Frau bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei erschossen worden. Sie hatte zuvor mit ihrem Fahrzeug eine Sicherheitsabsperrung durchbrochen.
Im Fahrzeug befand sich ein etwa ein Jahr altes Mädchen. Es wurde in ein Krankenhaus gebracht, nach ersten Informationen soll es ihm aber gut gehen. Verletzt wurden zudem zwei Polizisten. Lebensgefahr besteht bei ihnen aber nicht.
Bei der getöteten Autofahrerin handelte es sich nach ersten Erkenntnissen um eine 34 Jahre alte Frau aus Stamford im US-Staat Connecticut. Zunächst hatte es geheißen, sie sei festgenommen worden. Später korrigierten die Behörden ihre Angaben. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gibt es derzeit nicht.
Ob die Frau bewaffnet war, sagten die Behörden nicht. Der Abgeordnete Michael McCaul, der nach eigener Aussage vom Ministerium für Innere Sicherheit unterrichtet worden war, erklärte jedoch, die Frau habe nicht geschossen.
20 Polizeiwagen verfolgten die Frau
Begonnen habe die Verfolgungsjagd, als ein schwarzes Auto der Luxusmarke Infiniti plötzlich die Sicherheitsbarrikade zwischen einem Straßenabschnitt der Pennsylvania Avenue und dem Weißen Haus durchbrechen wollte, sagte ein Polizist. Augenzeugen berichteten von 20 Polizeiwagen, die dem dann aufs Kapitol zurasenden Auto nachgesetzt hätten.
Der demokratische Senator Bob Casey sagte Journalisten, er sei gerade vom Kapitol zum gegenüberliegenden Senatsgebäude gelaufen, als mehrere Polizisten auf Motorrädern die Constitution Avenue hochgefahren seien. "Wenige Sekunden später hörten wir drei, vier, fünf Schüsse." Casey berichtete weiter, Polizisten hätten ihn und anwesende Touristen dazu angehalten, sich zur Sicherheit hinter ein Auto zu kauern. Zwei Minuten später hätten die Beamten dann jeden ins Kapitol geführt.
Auch FBI-Agenten eilten zum Schauplatz. In einer E-Mail forderte die Kapitol-Polizei die Parlamentarier im Komplex auf, sich von Türen und Fenstern fernzuhalten. Als ein Alarmsignal ertönte, verließen sämtliche Abgeordnete die Parlamentssäle. Sie hatten gerade eine Maßnahme verabschiedet, die eine teilweise Aufhebung behördlicher Zwangsschließungen zugunsten der Nationalgarde und Reserveoffiziere vorsah. Nach etwa einer Stunde gab es Entwarnung.
Kurzzeitig wurde auch das Weiße Haus abgeriegelt. Die Zufahrtsstraße zum Regierungssitz wurde für Passanten geschlossen. Der Secret Service, der für den Schutz des Präsidenten zuständig ist, bezeichnete dies als Vorsichtsmaßnahme.
AFP, AP, dpa, kk



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