incandescent bulb
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Jetzt helfen nur noch milde Temperaturen. Ansonsten steht der bisher teuerste Winter vor der Tür: Die Heizkosten steigen, Gebühren für Müll und Wasser sollen raufgehen und Strom kostet so viel wie nie. Denn der Bürger muss für die Energiewende noch tiefer in die Tasche greifen. Die Ökostromumlage soll für 2014 auf einen Rekordwert von 6,307 Cent je Kilowattstunde steigen. Offiziell soll die Höhe der Umlage, mit der Wind- und Solarparks gefördert werden, am kommenden Dienstag bekanntgegeben werden.

Lübeck - Nach Berechnungen des Verbraucherportals Verivox muss ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden 2014 im Schnitt 1050 Euro jährlich für Strom berappen. Das sind rund 70 Euro mehr als bisher und bedeutet eine Preissteigerung um die sieben Prozent. Seit 2008 kletterte der Strompreis nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 35 Prozent. Für viele Haushalte wird Wohnen zum Luxus. Dabei trudeln in diesen Wochen vielerorts erst die hohen Rechnungen für den letzten langen Winter ein.

Wer mit Öl heizt, ist seit langem Leidtragender der Preisentwicklung. Der Brennstoff ist 28 Prozent teurer als vor fünf Jahren. Laut Bund der Energieverbraucher muss aufgrund der globalen Daten mit einem weiteren deutlichen Preisanstieg gerechnet werden. Aktuell sind 100 Liter in Lübeck für 86 bis 90 Euro zu haben. Das ist knapp günstiger als im Vorjahresmonat. Die Tendenz zeige aber wieder nach oben, heißt es beim Lübecker Mobene aws-Wärmeservice. „Wir empfehlen unseren Kunden, den Heizöltank jetzt vollzumachen“, sagt Mobene-Unternehmenssprecher Karl-Heinz Wald.

Wer Wohnung oder Haus mit Gas heizt, darf wenigstens hoffen. Viele Anbieter haben ihre Tarife gerade erst erhöht. Immerhin versprechen sie, die Preise in den nächsten Monaten stabil zu halten. Schleswig-Holsteins Grundversorger E.on teilt mit, vor Ende März 2014 nicht an der Preisschraube drehen zu wollen. Das gleiche sagt Lars Hertrampf, Sprecher der Stadtwerke Lübeck. Diese hatten ihren Gaspreis allerdings zum 1. April um 9 Prozent angehoben. 2009 hatten Kunden zweimal von deutlichen Preisrückgängen profitiert.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein rät Bürgern, genau in ihre Verträge mit Energieversorgern zu schauen. „Immer noch sind 40 Prozent der Haushalte in der teuren Grundversorgung“, sagt Margret Hintz. Sie rät Verbrauchern, beim Anbieter nach einem günstigeren Tarif zu fragen. Notfalls sollte man den Energieversorger wechseln. Außerdem sollte jeder individuell nach Einsparmöglichkeiten suchen. Wer dazu einen Experten braucht: Für zehn Euro kommt ein Energieberater der Verbraucherzentrale ins Haus, überprüft Stromfresser. Ein kompletter Gebäudecheck kostet 20 Euro.