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© youtube/ testtesttestman1Vor den Mitschülern geschlagen: Der Fall der Nittai-Highschool.
13 Mal in kurzen 16 Sekunden schlägt der Volleyball-Lehrer mit der flachen Hand auf seinen Schüler ein. «Mach keine Witze? Hast Du mich verstanden? Du bist ein Idiot!» schreit er in aller Öffentlichkeit den 16-Jährigen an.

Ein Mitschüler in der hinteren Reihe filmt die Szene heimlich und stellt sie später auf Youtube. Innert weniger Tagen wird das Video über zwei Millionen Mal angeschaut.

Die Person im Video ist ein Lehrer der Nittai-Highschool in Hamamatsu (Präfektur Shizuoka), der seinen Schüler während eines Spiels in Gifu ohrfeigte.

Lehrer entschuldigt sich

Die Medien nehmen die Geschichte auf. Schnell wird klar, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Am selben Tag soll der gleiche Lehrer bereits einmal einen anderen Schüler geohrfeigt haben. Auch im letzten Jahr sei er bereits handgreiflich geworden, berichtet 47News.

Der Schüler sei nicht motiviert gewesen, erklärt der Lehrer später: «Ich wollte, dass er seinen Kampfgeist zeigt. Es war ein Fehler.» Laut NHK News hat sich der Täter bei den Eltern und den Schülern persönlich entschuldigt.

Die Schulleitung hat den Lehrer fürs Erste den Lehrer von seiner Verantwortung für das Volleyball-Team entbunden. Man behalte sich weitere Schritt vor. Fürs Erste müsse die Angelegenheit genauer abgeklärt werden.

Der Selbstmord

Die körperliche Strafe wurde in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg verboten. Dennoch werden gerade beim Sportunterricht immer wieder Vorfälle gemeldet, bei denen die Lehrer ihre Position missbrauchen.

Letzten Dezember sorgte der Selbstmord eines 17-jährigen Schülers, der wiederholt vom Lehrer öffentlich geohrfeigt wurde, für einen landesweiten Skandal (Asienspiegel berichtete ).

Das Erziehungsministerium führte in der Folge erstmals eine umfassende Untersuchung an allen Schulen des Landes durch. Im August wurde das Resultat bekanntgegeben.

Besorgniserregende Zahlen

Demnach haben laut der Sankei Shimbun mindestens 6721 Lehrer im letzten Jahr die Prügelstrafe angewendet, zumeist in Form von Ohrfeigen.

14’208 Schüler waren direkt von der Gewaltanwendung durch Lehrpersonen betroffen. 20 Prozent trugen Verletzungen wie Wunden, Nasenbluten oder ein geplatztes Trommelfell davon.

Das Erziehungsministerium spricht von einer «schändlichen hohen Zahl». Zu lange sei die Prügelstrafe als Erziehungsmethode inoffiziell akzeptiert worden. Es gehe nun darum, dieses Problem aktiv zu bekämpfen und auszurotten. Der Youtube-Skandal zeigt, dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist.