Weil der Missbrauch von Daisy Coleman ohne Konsequenzen bleibt, schalten sich Anonymous ein.
daisy coleman
© xoJaneDaisy Coleman
Die Hackergruppe Anonymous nimmt sich einem Skandal an, der stark an ein Hollywood-Drama erinnert. Nur, dass diese Geschichte keine Fiktion ist, sondern Realität. Direkt und anklagend berichten Anonymous in einem meinungsstarken Video über ein Kleinstadt-Drama, das sich seit letztem Jahr in Maryville, Missouri ereignet.

Das Thema des neuen Videos ist eine Gewalttat, bei der im Januar 2012 ein 14-jähriges Mädchen namens Daisy Coleman vergewaltigt wurde. Matthew Barnett heißt der damals 17-jährige, vermeintliche Täter, der mit Daisy zusammen auf die High School ging. Das Verbrechen geschah am 8. Januar, als Daisy mit einer Freundin zu dem Haus der Barnett´s ging, um gemeinsam mit Matt und seinen Freunden zu trinken.

Ein Abend mit schlimmen Folgen. Daisy's letzte Erinnerung in der Nacht war, wie Matt ihr ein großes Glas in die Hand drückte. Zu Bewusstsein kam sie erst wieder im Vorgarten ihres eigenen Hauses. Lediglich mit einem T-Shirt und einer Jogginghose bekleidet, lag sie im Gras, während die Außentemperatur im Minusbereich war. "Sexueller Missbrauch" war die Diagnose, die im örtliche Krankenhaus gestellt wurde.


Während der polizeilichlichen Untersuchung gab der Footballspieler Matthew Barnett öffentlich zu, mit Daisy Sex gehabt zu haben, während diese so stark unter Alkoholeinfluss stand, dass sie nicht mehr laufen konnte. Sein Freund Jordan Zech hatte mit seinem iPhone sogar ein Video von der Tat gemacht, welches von der Polizei konfisziert wurde. Barnett wurde wegen Verdacht auf "sexuellen Missbrauch" und Zech wegen "sexueller Ausbeutung" vorläufig festgenommen.

Sohn eines einflussreichen Politikers

Im folgenden März wurde die Anklage aus Mangel an Beweisen jedoch fallen gelassen.
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Da stellt sich natürlich die Frage, wieso die Täter trotz medizinischer Beweise, einer Zeugenaussage, eindeutigem Videomaterial von der Tat und Geständnis nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Wo sahen die Verantwortlichen einen Mangel an Beweisen? Die Verdacht drängt sich auf, dass Matthew Barnett als Enkel des einflussreichen, republikanischen Politiker Rex Barnett, eine rechtliche Sonderbehandlung bekam.

Doch das war nicht der einzige Schock für Daisy. Denn ihre Mitschüler reagierten auf die Freilassung der vermeintlichen Vergewaltiger nicht etwa mit Unterstützung für das Mädchen. Im Gegenteil: Daisy war in den folgenden Wochen Opfer von exzessivem Cyber-Mobbing, bei dem die Einwohner von Maryville sich auf die Seite der beliebten Jungs stellten und Daisy keinerlei Glauben schenkten, was das Verbrechen anging. Laut einem Artikel von "The Daily Dot" trug ein Teilnehmer eines örtlichen Tanzwettbewerbs ein T-Shirt mit der Aufschrift: "Matt 1, Daisy 0". Unter anderem wurde Daisy aus ihrem Cheerleader-Team ausgeschlossen.

Das Opfer aus der Stadt gemobbt

Das Mobbing beschränkte sich jedoch nicht nur auf Daisy, sondern betraf auch ihre gesamte Familie. Ein paar Wochen nach dem Urteil zogen die Colemans um, nachdem Melinda Coleman aufgrund der Vorfälle ihren Job verlor. Ihr Haus in Maryville brannte wenige Wochen später unter mysteriösen Umständen nieder.

Die Ungerechtigkeit, die Daisy und ihrer Familie wiederfuhr, blieb aber keineswegs unbemerkt. Auf der Website change.org sammelten Unterstütze der Familie Unterschriften, um den Fall neu aufzurollen.
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"The Kansas Star", "The Daily Dot" und "New York Magazine" berichteten über das Verbrechen und animierten User, die Colemans zu unterstützen. Zusätzlich wurde auch eine Facebook-Seite mit dem Namen "Operation Maryville" erstellt, auf der das Thema weiter behandelt wird.

Behandlung in den Medien

Der amerikanische Fernsehsender CNN hat ein detailliertes Interview über dieses Thema mit Daisy und ihrer Mutter veröffentlicht.


Nun haben sich auch Anonymus eingeschalten. Die Hackergruppierung hat ein Video unter die Leute gebracht, in dem die Verantwortlichen namentlich angeklagt werden und die sogenannte "Operation Maryville" gestartet wird. Damit will Anonymous durch Tweets und Posts mit #opMaryville und #Justice4Daisy gezielt Auferksamkeit auf das Schicksal von Daisy lenken und endlich einen fairen Prozess erzielen.

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