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Produzenten in der Ostschweiz haben in den vergangenen Tagen bis zu 140'000 Eisbergsalate gehackt statt geerntet. Am Ursprung steht ganz offensichtlich eine teure Kommunikationspanne.

Seit vorletzter Woche sind die Schweizer Grenzen für ausländischen Eisbergsalat offen, die Zölle, die inländisches Gemüse schützen sollen, aufgehoben. Das hat Auswirkungen: Bauern in der Hochburg Ostschweiz haben laut Bericht der Konsumentensendung «Espresso» von Radio SRF seither 50 bis 100 Tonnen Eisbergsalat vernichtet - das entspricht umgerechnet rund 140'000 Salatköpfen.

Während etwa die Migros und Aldi trotzdem noch weiter Schweizer Salat verkauft hätten, seien andere Händler gleich voll auf die günstigere Importware umgestiegen, wird Jimmy Mariéthoz, Leiter der Fachstelle Gemüse und Beeren der Kantone Thurgau und Schaffhausen zitiert.

Import-Entscheid praktisch immer einstimmig

Die Händler wehren sich: Gemeinsam mit dem Verband des Gemüseproduzenten werde jeweils entschieden, welche Gemüsesorten importiert werden. Der Handel stelle laut Swisscofel-Geschäftsführer Marc Wermelinger nicht aus Prinzip um, sobald Importe möglich seien. Praktisch immer falle der Import-Entscheid einstimmig, und so sei es auch nun beim Eisbergsalat gewesen.

Ganz offensichtlich ist es laut Wermelinger beim Eisbergsalat zu einer teuren Kommunikationspanne gekommen - denn: Zweimal wöchentlich klären die Verbände der Gemüsehändler und der Gemüseproduzenten, wie weit der Bedarf mit inländischen Produkten gedeckt werden könne und bei welchen Sorten Importe nötig seien.

500 Marktbeurteilungen pro Jahr

Auch beim Verband Schweizer Gemüseproduzenten vermutet man, dass «der Kommunikationsfluss diesmal nicht sehr gut gelaufen ist». Kommunikationschefin Moana Werschler spricht aber von einer Ausnahme: «Wenn es bei 500 Marktbeurteilungen pro Jahr ein, zwei Mal nicht ganz so gut läuft, ist das für den Verband kein grosses Problem.»

Für die Produzenten bleibt der Vorgang trotzdem ärgerlich: Laut «Espresso» gehen jedem einzelnen dadurch bis zu mehrere Tausend Franken verloren.

vst