Paul Aussaresses
© EPA/BEP/Le Parisien FranceNach einem Spitalaufenthalt in der Kurklinik gestorben: Paul Aussaresses. (7. Juli 2001)
24 algerische Gefangene soll er eigenhändig getötet haben, später wurde Paul Aussaresses wegen Verherrlichung von Folter verurteilt: Nun starb der Ex-General im Alter von 95 Jahren in Frankreich.

Der für Folter im Algerienkrieg berüchtigte französische General Paul Aussaresses ist tot. Aussaresses starb bereits gestern im Alter von 95 Jahren, wie ein französischer Veteranenverband heute mitteilte. Seine Ehefrau sagte der Nachrichtenagentur AFP, der pensionierte General sei nach einem Spitalaufenthalt in einer Kurklinik gestorben.

Aussaresses hatte 2001 mit seinen Memoiren «Spezialdienste - Algerien 1955/57» in Frankreich für Empörung gesorgt. Der General beschreibt und verteidigt darin die Folterpraktiken im Algerienkrieg (1954-1962) und schildert seine Beteiligung.

Folter sei von den politisch Verantwortlichen in Frankreich «toleriert, wenn nicht sogar empfohlen» worden. Folterpraktiken seien «legitim, wenn die Dringlichkeit es gebietet». Wegen Verherrlichung von Folter wurde er deswegen zu einer Geldstrafe von 7500 Euro verurteilt und 2005 vom damaligen Staatschef Jacques Chirac aus der französischen Ehrenlegion ausgeschlossen.

Indochina und Algerien

Robert Allard und Jacques Massu
© AP Photo/Godot, FileAmnesty International hatte dazu aufgerufen, « Kriegsverbrechen in Algerien » zu bestrafen: Die zwei ehemaligen Generäle Robert Allard (links) und Jacques Massu auf einer Aufnahme vom 22. Mai 1958.
In einem Interview mit der Zeitung Le Monde sagte Aussaresses einmal, er habe eigenhändig 24 algerische Gefangene getötet. Diese Taten konnten wegen einer Amnestie von 1968 nicht verfolgt werden.

Bei dem von beiden Seiten mit ausserordentlicher Grausamkeit geführten Krieg wurden rund eine halbe Million Algerier und 30'000 Franzosen getötet, mindestens die Hälfte der algerischen Opfer waren Zivilisten. Der Krieg endete 1962 mit der Unabhängigkeit Algeriens.

Im Kolonialkrieg im Einsatz

Aussaresses war 1918 in Südfrankreich geboren worden. 1941 meldete er sich zum französischen Geheimdienst und baute später eine bewaffnete Einheit des Auslandsgeheimdienstes mit auf.

Aussaresses war im Kolonialkrieg in Indochina - heute Vietnam, Kambodscha und Laos - im Einsatz und wurde später nach Algerien geschickt, wo er nach eigenen Worten eine «Todesschwadron» im Kampf gegen die Unabhängigkeitsbewegung anführte. Später unterrichtete der hoch dekorierte Offizier unter anderem Militärangehörige in den USA.