Bozen - Der Rechnungshof in Rom hat vor einem Kollaps des Fürsorgeinstituts NISF/INPS gewarnt, das nicht nur für Altersrenten zuständig ist, sondern auch für Invalidengeld, Hinterbliebenenrenten und Sozialgeld. Dies betont der freiheitliche Generalsekretär Michael Demanega in einer Aussendung.

Das NISF/INPS hat alleine 2011 rund 10 Milliarden Euro Verlust gemacht und das Institutsvermögen von 40 Milliarden auf knapp 20 Milliarden halbiert. Verantwortlich dafür sind massive Verluste durch die Fusion zweier Renteninstitute sowie fehlende Einzahlungen im öffentlichen Sektor. So sind Einzahlungen im Umfang von rund 30 Milliarden Euro ausständig. Zudem macht die italienische Wirtschaftskrise dem Fürsorgeinstitut zu schaffen, wo Teilzeitarbeit und Lohnausgleich die Rentenkasse belasten. Angesichts dessen warnen Experten vor einem Kollaps des Instituts und ermahnen eine dringende Sanierung.

,,Viele jüngere Menschen machen sich angesichts dessen zu Recht Sorgen um die eigene Rente und haben sich wohl auch damit abgefunden, dass es in Zukunft keine gesicherte Rente mehr geben wird. In diesem Zusammenhang muss man allerdings auch aus Südtiroler Sicht wissen, dass Südtirol mehr in die Rentenkasse einbezahlt, als es an Renten zurückerstattet bekommt. Alleine 2011 wurden 1,538 Milliarden Euro eingezahlt und 1,331 Milliarden Euro rückerstattet. Das bedeutet einen Verlust von 200 Millionen Euro pro Jahr, die im italienischen Rententopf verschwinden. Ist es wirklich akzeptabel, wenn Südtiroler Rentengelder in einem sanierungsbedürftigen Renteninstitut landen, das vor dem Kollaps steht?", fragt Demanega.

Ein eigenes Südtiroler Renteninstitut stehe zwar immer wieder im Raum und sei gerade durch die Freiheitlichen im Wahlkampf thematisiert worden, erklärt Demanega. ,,Wir wissen aber aus Stellungnahmen der Landesregierung, dass man sich noch nicht einmal damit auseinandergesetzt hat. Und auch in den Verhandlungen mit Rom spielt ein solches Institut keine Rolle. Wir sind gespannt, wie die SVP demnächst in dieser Angelegenheit handelt und was man zur Situation des NISF/INPS zu sagen hat. Der PD als staatlich ausgerichtete Partei wird auf jeden Fall wohl wenig Verständnis für ein eigenes Renteninstitut in Südtirol haben und stattdessen Südtirol wie in der Vergangenheit zur Solidarität gegenüber Italien ermahnen", betonen die Freiheitlichen abschließend.