Aus einem zarten Kuss wird sexuelle Belästigung: Für ihre eindeutigen Anspielungen gegenüber einem Polizisten bei einer Demonstration wird eine Italienerin nun zur Verantwortung gezogen.
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© Marco Bertorello/AFP
Mit gespitzten Lippen drückt sie einem Polizisten einen Kuss aufs Visier seines Helms. Zunächst als versöhnliche Geste verstanden, wurde eine Demonstrantin nun wegen sexueller Belästigung angezeigt. Der Generalsekretär der italienischen Polizeigewerkschaft Franco Maccari erklärte laut Huffington Post in einem Radiointerview, dass er gegen die 21-jährige Studentin wegen ihrer Anspielungen Anzeige erhoben habe.

Maccari fragte: „Wäre es keine Belästigung, wenn ich sie auf den Mund geküsst hätte?“ Wenn ein Polizist einen Demonstranten küsste, würde der dritte Weltkrieg ausbrechen, begründete er die Anzeige wegen sexueller Belästigung und Beamtenbeleidigung.


Kommentar: Das Gegenteil wäre der Fall, denn dann würden ebenso Polizisten wissen, wer der Feind ist: Psychopathen an der Macht!


Lieber verurteilt, als missverstanden

Die Studentin Nina de Chiffre sagte der Zeitung La Repubblica schon kurz nach dem Vorfall, dass es sich bei dem Kuss um eine Geste der Missachtung gehandelt habe. Neben dem "Lippenbekenntnis" leckte sie ihre Finger ab und versuchte sie in den Mund des Beamten zu drücken. Erst dann seien Kollegen dazwischen gegangen, heißt es weiter im Blatt. De Chiffre gibt außerdem an, sie würde lieber für den Kuss verurteilt, als dass ihre Geste als friedlich missverstanden würde.

Mitte November nahm die Mailänderin an einer Protestaktion gegen eine geplante Schnellzugtrasse zwischen Turin und Lyon teil. Tausende Demonstranten versammelten sich in dem kleinen Alpenörtchen Susa, wo die Strecke vorbeiführen soll, um gegen die Pläne zu protestieren.