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Die MeteoGroup ist der größte private europäische Wetterdatenlieferant. Auch eine einst von Jörg Kachelmann gegründete Firma gehört zu ihr. Nun soll der Konzern einen neuen Besitzer bekommen.
In die europäische Branche der Wetterdienstleister kommt Bewegung. Im vergangenen Oktober hatte die britische MeteoGroup das vom Wetterexperten Jörg Kachelmann gegründete Unternehmen Meteomedia übernommen. Damit bauten die Briten ihre Stellung als größter privater Anbieter von Wetterdaten in Europa aus.
Jetzt soll die seit Jahren stark wachsende Gruppe selbst einen neuen Eigentümer bekommen.
Die große US-Finanzbeteiligungsgesellschaft General Atlantic will nach Angaben der MeteoGroup mehrheitlich bei der Gruppe mit rund 380 Beschäftigten einsteigen.Die MeteoGroup gehört weltweit zu den großen kommerziellen Wetterdatenlieferanten, neben den staatlichen Wetterdiensten. Durch die Übernahme der Ex-Kachelmann-Firma Meteomedia im Herbst
kam die britische Gruppe in den Besitz von über 800 Online-Wetterstationen in Deutschland und der Schweiz.ARD-Moderatoren als KundenDiese Wetterstationen sind extrem wichtig für die Schlüsseldaten zur aktuellen Wetterlage. Die MeteoGroup liefert die Daten, Analysen und deren Aufbereitung an zahlreiche Medien sowie Hunderte Unternehmen, etwa an Energieversorger oder Versicherungen.
Zu den Kunden gehören beispielsweise auch die ARD-Wettermoderatoren. Sie stützen sich zum Teil auf die Meteomedia-Daten der MeteoGroup und bringen noch ihr eigenes Know-how ein. "Der Zugriff auf das enge Netz der Stationen von Meteomedia ist ein Faustpfand für unsere Prognosen", sagte beispielsweise jüngst ARD-Wettermoderator Karsten Schwanke auf Anfrage der
Welt.
Die jetzt vor dem Verkauf stehende MeteoGroup ist in Europa die Nummer eins der privaten Wetterdatenanbieter. Weltweit an der Spitze steht das börsennotierte japanische Unternehmen Weathernews mit rund 700 Beschäftigten. Nummer zwei dürfte das US-Unternehmen Weather Channel sein.
Die privaten Firmen konkurrieren mit den staatlichen Wetterbehörden. In Deutschland ist das der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Die Behörde hat einen Gesamtetat von fast 300 Millionen Euro und gut 2100 Beschäftigte. Großkunde der Behörde ist die Luftfahrtbranche.
Angeblich 190 Millionen EuroDer private MeteoGroup ist durch mehrere Übernahmen und eigenes Wachstum zur heutigen Größe aufgestiegen. Der Umsatz wird auf rund 52 Millionen Euro beziffert.
Der Anbieter versucht, durch maßgeschneiderte Dienste wie etwa Wetter-Apps Geld zu verdienen. Mehrheitseigentümer des großen Wetterdatenlieferanten ist noch die britisch-irische Nachrichtengruppe PA (Press Association). Sie stieg 2005 ein und will sich jetzt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.
Dieses Paket soll jetzt an den großen US-Finanzinvestor General Atlantic verkauft werden. Offizielle Angaben zum Übernahmepreis gibt es nicht. Angeblich werden 190 Millionen Euro bezahlt. Für die amerikanische Beteiligungsgesellschaft ist es ein weiteres Engagement in Europa.
So beteiligten sich die US-Investoren im Frühjahr vergangenen Jahres auch an einer neu gegründeten Gesellschaft für das Online-Rubrikengeschäft des Medienkonzerns Axel Springer.
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