Die Demonstrationen, die in der nordkastilischen Stadt Burgos begannen, sind dabei, sich über das ganze Land auszubreiten. Auch in der spanischen Hauptstadt Madrid kam es zu Protesten, dabei wurden 14 Menschen verhaftet. Die ursprünglichen Demonstrationen gegen ein teures Bauprojekt griffen rasch auf andere Städte in dem von der Wirtschaftskrise immer noch gebeutelten Land über. Außer in Madrid fanden noch in weiteren 45 Städten Demonstrationen statt.
Aufstände Madrid
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In der Hauptstadt versammelten sich mehr als 2000 Menschen auf dem Platz Puerta del Sol im Stadtzentrum, um die Demonstranten in Burgos zu unterstützen, die dort seit einer Woche gegen ein Bauprojekt der Stadt protestieren. Auch die Kosten für das Projekt in Höhe von acht Millionen Euro sind vor dem Hintergrund der drastischen Sparpolitik auf heftige Kritik gestoßen.

Die Proteste in Madrid schlugen allerdings schnell in Gewalttätigkeiten um. Zahlreiche der radikaleren Demonstranten lieferten sich am frühen Abend Auseinandersetzungen mit der Polizei. Als die eher gewaltbereiten Gruppen die Genua-Straße erreichten, begannen sie die Polizei mit Feuerwerkskörpern, Rauchbomben, Flaschen und anderen Objekten zu bewerfen, die wiederum ihre Schlagstöcke einsetzte und Barrikaden errichtete. Die Proteste fanden in der Nähe der Zentrale der regierenden rechtskonservativen Partido Popular (PP) statt.

Die Polizei verfolgte die Hooligans in kleineren Gruppen in den Straßen der Innenstadt. Fünf Polizisten und sechs Demonstranten wurden dabei verletzt. Insgesamt wurden 14 Personen, darunter auch drei minderjährige Jugendliche, festgenommen.

Auslöser der Proteste waren die Pläne der Stadt Burgos, in dem größtenteils von Arbeitern bewohnten Viertel Gamonal in der Straße Calle Vitoria eine Tiefgarage zu errichten. Die Straße sollte zudem von vier auf zwei Spuren verengt und zu einem mondänen Boulevard ausgebaut werden. Viele bisher kostenlose Parkplätze würden dabei verschwinden.

Aber dieses eigentlich wenig spektakuläre Vorhaben traf auf eine allgemein verbreitete Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie die Regierung einerseits trotz der extremen Sparpolitik und schwieriger wirtschaftlicher Zustände millionenschwere Projekte dieser Art durchziehen will und andererseits soziale Ausgaben kürzt oder streicht und wichtige Projekte einstellt. Auch die Kosten von acht Millionen Euro für den Umbau stießen angesichts des 500-Millionen-Defizits der Stadt auf massives Unverständnis.

Angesichts der Proteste hat die Stadt das Vorhaben erst einmal auf Eis gelegt, auch weil viele Leute eine drastische Sparpolitik als Allheilmittel in Zeiten einer schweren Wirtschaftskrise ablehnen.

Noch im dritten Quartal des vergangenen Jahres hatte Spanien mit der Rezession im Land zu kämpfen. Zudem überwacht die Europäische Union die Ausgabenpolitik des Landes genau. Als Folge des drastischen Sparzwangs musste die Regierung schwere Einschnitte in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und anderen grundlegenden Bereichen beschließen - auch dies hatte schon für verbreitete Empörung gesorgt.

Die jetzigen Proteste in 46 Städten werden als symbolische Ereignisse im Sinne einer »Wir-sind-das-Volk«-Stimmung und Warnung an die Adresse der Regierenden verstanden. In der Stadt Valladolid im Nordwesten Spaniens demonstrierten bspw. Berichten zufolge 1200 Menschen auf den Straßen.

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