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Symbolbild
Bis zuletzt musste er Handschellen tragen: Ein 84-jähriger Kanadier ist in einem Abschiebegefängnis am Londoner Flughafen Heathrow gestorben. Die britische Gefängnisaufsicht kritisiert, dass sogar völlig ungefährliche Häftlinge psychisch belastende Prozeduren ertragen müssen.

London - In einem Abschiebegefängnis in der Nähe des Londoner Flughafens Heathrow ist ein 84 Jahre alter Mann aus Kanada in Handschellen gestorben. Das geht aus einem Bericht hervor, den die britische Gefängnisaufsicht HMIP veröffentlichte. HMIP hatte das Gefängnis Harmondsworth nahe des größten Flughafens Großbritanniens im August unangekündigt überprüft.

Es habe "schockierende Fälle" gegeben, bei denen "das Gespür für Menschlichkeit verloren gegangen" sei. Ein 84-jähriger Kanadier, der an Alzheimer erkrankt war, sollte erst ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem ihm Ärzte Haftunfähigkeit attestiert hatten. Er starb noch in seinen Fesseln.

Ein anderer Häftling war noch in Handschellen, nachdem er im Krankenhaus bereits Beruhigungsmittel erhalten hatte. Insgesamt würden psychisch belastende Prozeduren exzessiv eingesetzt, ohne dass dies die Sicherheit gebiete.

Die Organisation British Prison Reform Trust kritisierte, in dem Gefängnis seien "die grundlegenden Prinzipien von Menschlichkeit und Anstand" in Vergessenheit geraten.

ade/dpa