Bei einer Serie von Bombenangriffen auf die Polizei sind in der ägyptischen Hauptstadt Kairo mindestens fünf Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden.
Bei einer Serie von Bombenangriffen auf die Polizei sind in der ägyptischen Hauptstadt Kairo mindestens fünf Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Am Morgen rammte ein Attentäter sein mit Sprengstoff beladenes Auto in eine Absperrung vor dem Polizeihauptquartier im Zentrum von Kairo, wie ein Augenzeuge berichtete. Stunden später explodierten zwei Sprengsätze bei der Vorbeifahrt eines Polizeiwagens und vor einer Wache.
Ein Polizist, der den Angriff auf das Hauptquartier miterlebte, berichtete, der Angreifer habe seinen Wagen nach Entfernung einer Polizeiabsperrung am Zugang der Straße in den Metallzaun um das Gebäude gerammt. Nach Angaben der Ermittler war aber unklar, ob er im Moment der Explosion noch am Steuer saß. Bei dem Anschlag wurden vier Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.
Durch die Explosion wurde die Fassade des Polizeihauptquartiers zerstört, wie ein AFP-Reporter berichtete. Auch das gegenüberliegende Museum für Islamische Kunst wurde stark beschädigt. Nach Angaben des Antikenministeriums wurden mehrere Zimmer in dem erst vor wenigen Jahren renovierten Museum zerstört. Die Explosion hinterließ einen tiefen Krater in der Straße. Über der Innenstadt von Kairo hing eine riesige Rauchwolke.
Die Polizei drängte hunderte Menschen zurück, die teilweise Slogans gegen die islamistische Muslimbruderschaft riefen. Einige schwenkten ägyptische Flaggen und hielten Bilder von Armeechef Abdel Fattah al-Sisi hoch. Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli vergangenen Jahres wurden bei Anschlägen in Ägypten immer wieder Polizisten und Soldaten getötet. Besonders auf der unruhigen Sinai-Halbinsel mehrten sich die Angriffe.
Wenige Stunden nach dem ersten Anschlag explodierten zwei weitere Bomben. Der erste Anschlag richtete sich gegen ein Polizeifahrzeug nahe einer U-Bahnstation im Stadtviertel Dokki, der andere galt einer Polizeiwache an der Hauptstraße zu den Pyramiden von Gizeh, wie die Behörden mitteilten. Bei dem Anschlag in Dokki wurden demnach ein Polizist getötet und vier weitere verletzt, bei der zweiten Explosion dagegen gab es keine Opfer.
Erst am Donnerstag waren bei einem Angriff an einem Kontrollposten in Beni Suef südlich von Kairo fünf Polizisten niedergeschossen worden.
Ägypten bereitet sich derzeit auf den dritten Jahrestag des Sturzes des langjährigen Machthabers Husni Mubarak vor. Im Vorfeld der Feiern am Samstag, die nach dem Willen der Regierung mit einer Massenkundgebung begangen werden sollen, wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Die Muslimbrüder haben ihrerseits zu 18-tägigen Protesten aufgerufen, um an die 18 Tage dauernden Massenproteste zu erinnern, die letztlich zum Sturz Mubaraks am 11. Februar 2011 führten.
Das Auswärtige Amt rief Reisende in Kairo und anderen großen Städten auf, am Wochenende im Hotel zu bleiben, da es zu weiteren Anschlägen und gewaltsamen Zusammenstößen bei den Demonstrationen kommen könnte.
AFP
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