
Der 100 Meter lange Frachter Luno fuhr am Mittwochvormittag gerade den Hafen der Stadt Bayonne nahe Biarritz an, als nach Behördenangaben alle elektrischen Systeme des Schiffs ausfielen. Bei schwerer See mit meterhohen Wellen wurde der Frachter vor der Küste der neben Bayonne liegenden Gemeinde Anglet auf einen ins Meer hinausragenden Damm geschleudert. Das Schiff, das keine Ladung an Bord hatte, zerbrach in zwei Teile.
Versuche, die elfköpfige Besatzung in Sicherheit zu bringen, schlugen wegen heftiger Winde mit Geschwindigkeiten von rund 110 Stundenkilometern zunächst fehl. Erst als sich das Wetter beruhigte, konnten die Besatzungsmitglieder der Luno gerettet werden. "Alle Mitglieder der Besatzung wurden mit dem Hubschrauber in Sicherheit gebracht", erklärte das Rathaus von Anglet.
"Sie stehen unter Schock"
"Sie können alle auf ihren eigenen Beinen stehen", sagte der Vize-Präfekt von Bayonne, Patrick Dallennes, der Nachrichtenagentur AFP. "Aber sie stehen unter Schock. Und ihnen ist kalt." Nach seinen Angaben wurde eines der Besatzungsmitglieder leicht verletzt.
Der Pilot des Rettungshubschraubers berichtete, die Besatzungsmitglieder des Frachters seien "vollkommen verängstigt" gewesen. "Das Schiff hatte sehr starke Schlagseite, die Wellen waren sechs bis acht Meter hoch." Die Männer hätten sich zunächst sogar geweigert, ihre Rettungswesten auszuziehen - obwohl sie nur ohne die Westen an Bord des Hubschraubers gehievt werden konnten.
Wegen des auslaufenden Diesels riefen die Behörden die erste Stufe des Notfallplans "Polmar" gegen Meeresverschmutzung aus. Die 127 Kubikmeter Treibstoff der "Luno" entsprechen in etwa der Ladung von vier Tanklastwagen. Der Minister für Verkehr und Meere, Frédéric Cuvillier, wollte noch am Mittwochnachmittag die Unglücksstelle besuchen. Auch wurden Spezialisten zur Bekämpfung einer Ölpest erwartet.
AFP/sara



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