Geschätzte 2086 Tote bei Kämpfen im Osten der Ukraine - für die Vereinten Nationen ist das ein "klar eskalierender Trend". Immerhin zeichnet sich im Streit um den russischen Hilfskonvoi für die Zivilbevölkerung von Lugansk eine Lösung ab. Kiew will den Transport unter bestimmten Bedingungen ins Land lassen.
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© dpa/epa/Maxim Shipenkov
Die Menschen in der Ostukraine leiden unter den andauernden Kämpfen.
Die Zahl der Toten bei den Kämpfen in der Ukraine hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen innerhalb von nur zwei Wochen auf mindestens 2086 verdoppelt. Das sei ein "klar eskalierender Trend" bei der Gewalt im Osten der Ukraine, sagte die Sprecherin des UN-Menschenrechtskommissars in Genf, Cecile Pouilly.

Bei der Angabe handele es sich zudem um vorsichtige Schätzungen. Bis zum 26. Juli seien in dem Konflikt 1129 Menschen getötet worden, bis zum 10. August sei diese Zahl auf 2086 gestiegen. 4953 seien seit Mitte April verwundet worden.

Kiew will Hilfskonvoi ins Land lassen

Im Streit zwischen Moskau und Kiew um einen Hilfstransport für die notleidende Bevölkerung von Lugansk zeichnet sich eine Lösung ab. Beide Seiten einigten sich auf die Fahrtroute der russischen LKW. Die ukrainische Regierung will den russischen Konvoi unter bestimmten Bedingungen annehmen. Voraussetzung sei, dass die Laster für Lugansk die Grenze an einem Übergang nahe der Stadt überqueren und von ukrainischen Grenzwächtern kontrolliert werden und dass die Hilfe in Lugansk vom Roten Kreuz verteilt werde, sagte ein Sprecher des Präsidialamts.

Moskau hatte mehrfach betont, die russische Hilfslieferung sei mit der ukrainischen Seite und auch mit dem Internationalen Roten Kreuz abgesprochen. Kiew und andere westliche Staaten äußerten aber Vermutungen, dass Russland den humanitären Konvoi als Vorwand für eine Militärintervention nutzen könne, berichtete DLF-Korrespondentin Gesine Dornblüth. Das russische Außenministerium erklärte dies für absurd.


Kommentar: In der Tat sind diese Unterstellungen mehr als nur absurd. Wer glaubt das Putin so blöde wäre irgendwelche Waffen mit Hilfe dieser LKWs in die Ukraine zu schmuggeln, ist wirklich sehr naiv und hat nichts verstanden...


Nach Angaben der Stadtverwaltung von Lugansk ist die Bevölkerung seit elf Tagen ohne Strom, auch Gas- und Wasserversorgung sind ausgefallen oder beeinträchtigt. In Lugansk seien nur noch Grundnahrungsmittel erhältlich.

Kämpfe in Donezk gehen weiter

In der zweiten Rebellenhochburg Donezk gehen die Kämpfe zwischen Separatisten und Regierungstruppen weiter. Bei Artilleriebeschuss wurden mindestens drei Menschen getötet, teilte die Stadtverwaltung mit.

Mindestens 300.000 Einwohner der Millionenstadt Donezk sind mittlerweile vor der Gewalt geflüchtet. Die Ukraine, Russland, die USA und die EU haben grundsätzlich humanitären Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung in der Ostukraine zugestimmt. Kiew, Brüssel und Washington bestehen aber darauf, dass jegliche Hilfe unter der Regie des Internationalen Roten Kreuzes zu den Menschen gelangen müsse.

(tzi/nin)