
Das Bundesverteidigungsministerium hat den Untersuchungsbericht über das Sturmgewehr der Bundeswehr, G36, offenbar an einer entscheidenden Stelle verändert. Wie die Bild -Zeitung vom Mittwoch berichtet, wurde der Bericht am 17. April 2015 vor dem Bundestag ohne Vorwort weitergeleitet.
In dem Vorwort wird das Urteil über die Präzisionsprobleme des Sturmgewehrs relativiert. „Das G36 ist (...) nach wie vor eine zuverlässig funktions- und betriebssichere Waffe“, zitiert die Bild aus dem Vorwort. Auch das Studien-Setting wird in Frage gestellt.
Für die Untersuchung diente eine Simulation
Für die Untersuchung wurde ein Hinterhalt simuliert, in dem sich ein Soldat mit Dauerfeuer verteidigen muss. Die „Eintrittswahrscheinlichkeit“ dieser Gefechtssituation müsse von den Streitkräften im Nachgang der Untersuchung bewertet werden, heißt es im Vorwort. Mit dem Untersuchungsergebnis erhielten die Streitkräfte „Einblick in das Verhalten des G36 in einem technischen Grenzbereich“.
Nur fünf Tage nach Vorlage der Studie hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor dem Verteidigungsausschuss erklärt, dass das G36, so wie es konstruiert sei, keine Zukunft in der Bundeswehr habe.
Lindner: „Parlament unvollständig informiert“
Der Verteidigungsexperte der Grünen Tobias Lindner forderte von der Leyen auf, das Vorwort umgehend dem Verteidigungsausschuss zur Verfügung zu stellen. „Die Ministerin muss erklären, warum sie das Parlament nur unvollständig informiert hat“, sagte Lindner gegenüber der Bild.
Das Verteidigungsministerium erklärte dagegen, dass das Vorwort nicht mit allen an der Untersuchung Beteiligten abgestimmt und deshalb auch nicht an den Ausschuss versandt worden sei. Außerdem würden die Aussagen in dem Vorwort nicht den Untersuchungsergebnissen widersprechen. „Es finden sich keine weiteren Fakten und Erkenntnisse in diesem Dokument wieder", erklärte ein Sprecher.




Kommentar: Es scheint doch klar, was hier passiert ist. Ursula von der Leyen möchte eine moderne Waffe für die Bundeswehr. Sehr wahrscheinlich hatte sie bereits "Angebote" von diversen Lieferanten vorliegen, die vielleicht hier und da mit "Geschenken" verbunden waren. Da ist es doch nur verständlich, dass solch ein Bericht, in dem das G36 als "noch brauchbar" beschrieben wird, so überhaupt nicht hilfreich ist. Also flott diesen Absatz bzw. Vorwort entfernt und schon geht was. OK, eine Vermutung, aber eine, die der Mentalität unserer Politiker voll und ganz entspricht.