Kommentar:
"Die Türkei und Russland befinden sich nicht im Krieg. Deshalb muss die Türkei, wenn sie ihren Luftraum schützt, nach den Friedensregelungen, die in allen NATO-Luftwaffen gleich geregelt sind, vorgehen“, betonte Scholz in einem Sputniknews-Gespräch mit Bolle Selke. „Das hat sie nicht getan, sondern sie hat sofort auf eine — wenn man den türkischen Diplomaten glauben will - 17-sekündige Luftraumverletzung mit einem Abschuss reagiert. Das wiederspricht sämtlichen NATO-Regeln für das sogenannte Air Policing.“
Kommentar: Der Jet war nie im türkischen Luftraum!
„Aus meiner Sicht war das so — auch rein zeitlich kann das gar nicht anders gewesen sein —, dass die türkischen Abfangjäger sich bereits in der Luft in einem Bereitstellungsraum befanden und dort gekreist sind und auf eine Gelegenheit gewartet haben. Nachdem ja die russische und die amerikanische Seite verabredet haben sich gegenseitig über die Flugbewegungen zu informieren, wusste man natürlich, dass russische Flugzeuge in diesem Gebiet operieren würden. Ob das eine rein türkische Entscheidung war, wage ich zu bezweifeln."
"Es ist völlig unmöglich, wenn ein Flugzeug 17 Sekunden den Luftraum verletzt, in dieser Zeit, dass zu tun, wozu alle NATO-Luftwaffen verpflichtet sind“, fuhr Scholz fort. „Also, vom Luftverteidigungsgefechtstand ein Signal an den Piloten zu senden. Wenn der nicht reagiert, einen Alarm auszulösen, damit zwei Flugzeuge aufsteigen und sich links und rechts neben ihn zu setzen. Dann Kontakt mit dem Piloten aufzunehmen, mit den Tragflächen zu wackeln und ihn damit zu signalisieren, du bist hier in unserem Luftraum und ihn dann nötigenfalls zur Landung zu zwingen. Das ist Friedensregelung. Im Krieg sieht das anders aus, das ist völlig klar, aber im Frieden müssen sich alle NATO-Luftwaffen so verhalten. Das haben die Türken offensichtlich nicht gemacht, dieser Prozess dauert unter den günstigsten Umständen 15 bis 20 Minuten."
Kommentar: Der Abschuss war ganz offensichtlich geplant:
- Mieses Spiel und geplanter Abschuss: Türkisches Militär wurde vorher über Lufteinsatz der Su-24 informiert
- Bereits im Oktober: Erdogan plant den Abschuss russischer Kampfjets, um einen Konflikt zwischen Türkei/NATO und Russland herbeizuführen (Englisch)
- Lawrow entblößt Erdogan: "Jet-Abschuss war geplante und absichtliche Provokation. Erdogan hat 2012 gesagt: "Kurzes Eindringen in fremden Luftraum rechtfertigt nicht das Abschießen von Kampfjets"
Durchaus signifikant findet der Experte auch die Reaktionen auf den Su-24-Abschluss. "Die Reaktionen der NATO und der NATO-Staaten auf diesen Abschuss waren ja doch vergleichsweise zurückhaltend. Die wussten natürlich genau, dass das nicht korrekt war. Es gibt ja auch entsprechende Äußerungen von ehemaligen aktiven Generalen aus den Vereinigten Staaten. Also der ehemalige Leiter des North American Air Defense Command, der hat sich ja auch sehr eindeutig geäußert. Er hat gesagt, die haben auf eine Gelegenheit gewartet, dann haben sie sie wahrgenommen. Insofern waren auch die Reaktionen der NATO relativ moderat. Jetzt muss man natürlich wegen der Bündnissolidarität mit dem NATO-Land Türkei auf irgendeine Weise reagieren und muss also einen Schulterschluss nach außen demonstrieren. Das ist Public Relation, mehr ist das nicht."
Kommentar: Wie sie reagieren:
Eine überaus gefährliche Entwicklung sieht Hans Joachim Scholz auch in der geplanten Aufnahme von Montenegro in die Nordatlantische Allianz. "Ein Beitritt Montenegros in die NATO würde sich militärisch überhaupt nicht auswirken. Die haben 2000 Soldaten, das ist keine Größe. Da geht es natürlich um die 200 Kilometer Küste zwischen Albanien und Kroatien an der Adria, die bisher noch nicht unter — wenn man so will — NATO-Kontrolle steht."
"Das wird sich auf jeden Fall nicht positiv auf das politische Klima in Europa auswirken“, betonte der Experte. „Und das in der angespannten Lage mit der Ukraine, die noch nicht gelöst ist und vor dem Hintergrund, dass alle Probleme, die wir mit NATO und Russland haben, mit darauf zurückzuführen sind, dass sich die NATO entgegen ihrer Zusagen nach Osten ausgeweitet hat.“
„Da muss ich auch meine eigene Regierung heftig kritisieren. So sehr ich den Außenminister Steinmeier schätze, er hätte dieser Aufnahmeperspektive nicht zustimmen dürfen. Das ist kontraproduktiv. Ich kann nicht auf der einen Seite versuchen, Gesprächskanäle offen zu halten, und mich über bestimmte Fragen politisch mit Russland zu verständigen, und dass dann mit solchen Dingen aufs Spiel setzen. Man darf ja nicht vergessen, der große Erfolg Iran mit dem Abkommen, ist ja auch letztendlich den deutsch-russischen Bemühungen geschuldet, oder jetzt auch die Wiener Verhandlungen über Syrien. Zumal es ja militärisch auch überhaupt keinen Sinn hat. "




Kommentar: Erdogan hat darüber hinaus noch reichlich mehr Dreck am Stecken, und dann versucht er seine Verantwortung dafür auf Russland abzuwälzen:
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Noch mehr kommt über Erdogan ans Licht - weit über das Öl hinaus: