In den USA muss sich ein ehemaliger »Medikamentendesigner und Berater« vor Gericht verantworten. Der 69-jährige Vincent Gammill soll unrechtmäßig als Arzt praktiziert haben und wurde dabei erwischt, wie er Patienten, die an Krebs starben, als »Therapieansatz« abgelaufene Arzneimittel und Dreck gab.

© Jezper/Shutterstock
Einer Patientin namens Fern hat Gammill für eine Tasche, die buchstäblich nur Müll enthielt, angeblich 2000 Dollar in Rechnung gestellt. Der Inhalt bestand unter anderem aus mehreren Plastiktütchen, die Erde enthielten, dazu leere Kapseln, abgelaufene Medikamente und andere wild durcheinandergewürfelte Dinge.
Gammill ist kein Arzt und hat nach seinem High-School-Abschluss keine höhere Bildung absolviert. Dennoch gibt er sich in seiner fälschlich als »Das natürliche Onkologie-Institut« betitelten »Praxis« in Richmond in Kalifornien weiterhin als Arzt aus.
Sie sei knapp 500 Kilometer gefahren, um sich mit dem vermeintlichen Onkologen Gammill zu treffen, erklärte Fern, die zum Schutz ihrer Privatsphäre nur ihren Vornamen nannte. Im Anschluss an ihr Beratungsgespräch wies Gammill Fern an, die Zutaten in einer Pfanne zu kochen und dann in Kapselform zu sich zu nehmen.
Fern befolgte die Anweisungen, litt danach aber an verdorbenem Magen, wie sie sagte. Gammill erklärte ihr daraufhin angeblich, das Brennen sei ein gutes Zeichen und spreche dafür, dass das Mittel funktioniere.
»Ich habe in seinem Büro eine Pille genommen«, erklärte Fern gegenüber dem US-Fernsehsender
ABC7.
»Er zeigte mir, wie ich die Dinge mischen sollte, und sagte, es sei sehr ätzend. Er gab mir eine Pfanne und sagte: ›Verkleckern Sie das nicht auf dem Tisch, da frisst es sich glatt durch.‹«Gammill ist kein Spezialist für alternative Medizin. Er ist ein Quacksalber mit einem Hintergrund in Medikamenten und Impfstoffen.Fern war von Gammills Methoden nicht überzeugt und kontaktierte die Ermittlungsbehörden, die rasch zu dem Schluss gelangten, dass die »Natürliche Onkologie-Klinik« ein Betrug sei. Gammill behauptet, er biete
»Menschen mit Krebs alternative und komplementärmedizinische Betreuung«, aber seine wahre Ausbildung liegt im pharmazeutischen Bereich.
Die Behörden durchsuchten Gammills Zuhause und sein Büro und entdeckten dabei mehrere Flaschen mit der Aufschrift »Gift« und »Ätzend«. Außerdem stießen sie auf Zehntausende Pillen, von denen viele abgelaufen waren, darunter eine Vielzahl von Steroiden, Morphine und auch das Schlafmittel Ambien.
»Ich war sehr aufgebracht darüber, dass da jemand Krebsopfer ausnutzt, die verzweifelt um ihr Leben ringen«, sagte Fern dem Fernsehsender, wie die
Daily Mail schrieb.
»Ich dachte, er habe eine Lösung für meine Probleme. Im Internet wurde er als Guru bezeichnet und es hieß, er könne Impfstoffe entwickeln.«Traditionelle Onkologen geben einige der Mittel aus, die auch Gammill verwendet hat - macht sie das alle zu Quacksalbern?Aktuell ist die Website für Gammills falsche Praxis noch online und aktiv. Berichten zufolge wurde Gammill auf Kaution freigelassen und erwartet nun sein Verfahren. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, ohne Lizenz Medizin praktiziert und Rezepte ausgestellt zu haben.
Eines an Gammills betrügerischen »Behandlungsmethoden« gegen Krebs ist allerdings doch sehr interessant: Er verteilte gefährliche Pharmazeutika und das machen viele lizenzierte Onkologen ganz legal. Im Rahmen der Schulmedizin verabreicht die Krebsindustrie den Patienten giftige Chemotherapie-Medikamente, und zwar auch dann noch, wenn sie nicht funktionieren (etwa im Fall von Brustkrebs).
Bedeutet das nun, dass
alle Onkologen ganz genauso wie Gammill Betrüger sind? Schließlich ist Chemotherapie nur bei etwa zehn Prozent der Patienten erfolgreich, sagte der inzwischen verstorbene Dr. Nicholas Gonzalez.
Auch eine kürzlich im Fachmagazin
Nature Medicine veröffentlichte Studie warf Fragen nach der Effektivität von Chemotherapie auf und zeigte, dass eine Chemo den Krebs sogar noch verschlimmern kann.
Wenn man bedenkt, dass Chemo-Medikamente häufig für die Behandlung von Krebsarten verwendet werden, bei denen ihre Wirksamkeit überhaupt nicht bestätigt ist, bleibt nur eine logische Schlussfolgerung:
Der Onkologiebereich als Ganzes betreibt ein ähnlich betrügerisches Geschäft, wie es der falsche Krebsarzt Gammill mit seiner Praxis tut.
Kommentar: