
Kräutertees aus Pfefferminze, Kamille oder anderen Pflanzen gelten als gesund und werden daher häufig auch Kindern zum Trinken gegeben. Doch diese vermeintlich bekömmlichen Hausmittel können auch giftige Pflanzeninhaltsstoffe enthalten, wie sich schon in den letzten Jahren mehrfach zeigte. So warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), bereits 2013 vor Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees, 2014 wiesen Tests dieses Pflanzengift in Kamillentees nach, kurz darauf fanden Forscher die Alkaloide auch in Bio-Kräutertees für Kinder.
Verunreinigungen durch Fremdkräuter
Pyrrolizidinalkaloide sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die viele Pflanzen weltweit zum Schutz vor Fraßfeinden bilden. Meist stammen diese Alkaloide nicht aus den Teekräutern selbst, sondern gelangen durch Verunreinigungen mit anderen Pflanzen, darunter dem Jakobskreuzkraut, in die Teezubereitungen. In Tierversuchen haben sich einige dieser Alkaloide bereits als krebserregend erwiesen. In hoher Dosierung können sie auch zu akuten Leberschädigungen führen.

Hohe Werte bei Rewe und Edeka
In den aktuellen Tests wurden sechs verschiedenen Pfefferminztees und Kräutertees im Auftrag des NDR-Magazins Markt untersucht. Das Ergebnis: Bei einem Pfefferminztee der Rewe-Eigenmarke ermittelte das Labor eine Alkaloid-Menge von 0,67 Mikrogramm pro Tasse - das liegt über der empfohlenen Höchsteinnahmemenge. Das Unternehmen teilte dem NDR auf Anfrage mit, dass es bereits umfangreiche Maßnahmen zur Minimierung der Gehalte durchführe.
Ein Kräutertee der Edeka-Eigenmarke enthielt 0,36 Mikrogramm pro Tasse und liegt dabei noch knapp unter der BfR empfohlenen Höchstaufnahmemenge. Doch schon mit zwei Tassen dieses Tees wird die Marke überschritten. Edeka weist darauf hin, dass es keinen gesetzlich festgelegten Grenzwert gebe. Dennoch wolle das Unternehmen mit seinem Lieferanten ein Minimierungskonzept umsetzen.
Teesorte lieber häufiger wechseln
Deutlich weniger Pyrrolizidinalkaloide fanden die Tester im Pfefferminztee von Aldi und im Kräutertee des Herstellers Meßmer. Der Tee von Aldi enthielt nur 0,02 Mikrogramm des Alkaloids pro Tasse, das Produkt von Meßmer 0,005 Mikrogramm. Beide Unternehmen teilten mit, dass sie Maßnahmen ergriffen hätten, um den PA-Gehalt zu verringern. Nur im Pfefferminztee von Teekanne und im Kräutertee Lord Nelson von Lidl war kein Pflanzengift nachweisbar.
Generell raten die Experten des BfR allen Teetrinkern, Marken und Geschmacksrichtungen häufiger zu wechseln. Das hilft, einseitigen Belastungen mit verschiedenen potenziell gesundheitsgefährdenden Stoffen vorzubeugen. Eltern wird zudem empfohlen, ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees und Tee anzubieten. Auch Schwangere und Stillende sollten Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren.



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