Im Auftrag des russischen Verteidigungsministeriums sollen neue Patrouillenschiffe mit starken Waffen und Eisbrecher-Funktionen gebaut werden. Generell nimmt die Nachfrage nach Eisbrechern zu, denn die Kriegsmarine baut ihre Infrastruktur in der Arktis wieder auf und absolviert dort Militärübungen. Kommentar: Westen ist schockiert und sprachlos: Waffen und Strategie Russlands sind absolut überlegen
Eisbrecher
© Flickr/ Christopher Michel
Wie der TV-Sender Swesda am Dienstag in seiner Onlineausgabe berichtet, soll der in St. Petersburg ansässige Hersteller Admiralty Shipyard in vier Jahren zwei neue Patrouillenschiffe der Eisklasse liefern. Ein Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium liegt bereits vor. Die Schiffe des Projekts 23550 sollen nicht nur starke Waffen, sondern auch Funktionen eines Eisbrechers und eines Schleppschiffs haben.

Die russische Neuentwicklung soll ihrem nächsten Konkurrenten, dem norwegischen Küstenwachschiff Svalbard, deutlich überlegen sein. Sie ist voraussichtlich schneller und größer, aber auch in der Lage, eine bis zu 1,5 Meter dicke Eisschicht zu überwinden.


Neben einer 100-mm-Kanone zählen, so der Bericht weiter, auch taktische Raketen zur möglichen Bewaffnung. Nicht auszuschließen ist sogar der Einsatz von Marschflugkörpern des Typs Kalibr. Auch ein Ka-27-Hubschrauber für die U-Boot-Jagd soll mitgeführt werden.

Die Schiffe des neuen russischen Projekts sollen russische Wassergebiete in der Arktis und die dortigen Ressourcen bewachen. Bei Bedarf gehört es in ihren Zuständigkeitsbereich auch, festgehaltene Schiffe in einen Hafen zu begleiten bzw. zu schleppen. Möglich sind auch Rettungs-, Brandlösch- und Transporteinsätze. Die Besatzung beträgt 49 Mann.


Der Sender kommentiert: „Das russische Verteidigungsministerium setzt derzeit auf die Aufstellung einer eigenen Eisbrecher-Flotte mit einem breiten Einsatzgebiet und einem großen Potenzial. Auf Inseln des Nordpolarmeeres und an der arktischen Küste werden Stützpunkte der Streitkräfte wiederaufgebaut. Um diese Garnisonen zu versorgen, sollen die zuständigen Schiffe in der Lage sein, eisbedeckte Meeresgebiete zu befahren.

Im Interesse des Verteidigungsministeriums werden auch Eisbrecher ohne Waffen gebaut. Einer davon (Projekt 21180) war im vergangenen Jahr auf Kiel gelegt worden. Er soll anderen Schiffen den Weg entlang der Küste bahnen.

Die Nachfrage steigt. Im vergangenen Jahr hatte die russische Kriegsmarine beispielsweise zivile Atomeisbrecher und Schiffe der Reederei Murmansk einsetzen müssen, um Soldaten und Militärtechnik im Laufe einer Militärübung auf die Neusibirischen Inseln zu transportieren.

Nach jener Übung sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu: „In absehbarer Zukunft ist es geplant, einen speziellen Patrouillenschiffs-Verband der Eisklasse in der Arktis aufzustellen.“

Nun zitiert der TV-Sender den russischen Arktis-Experten Michail Urgalkin mit den Worten: „Der Bau einer großen Zahl von Eisbrechern für die russische Kriegsmarine soll dem Land ermöglichen, eine sichere Verteidigungslinie an seiner Nordgrenze zu schaffen.“