Russlands Ermittlungskomitee hat am Mittwoch ein Strafverfahren gegen den ukrainischen Arzt Alexander Tschernow eingeleitet: In einem Interview im ukrainischen Fernsehen hatte dieser mit Stolz erzählt, wie er durch Medikamente diejenigen Patienten, die Kiews Politik nicht unterstützen, töten könne. Dies berichtet die Zeitung RBC Daily.
Arzt,Doktor,Anästhesist
© Pixabay
Tschernow, der früher als Anästhesist in einem Krankenhaus in der Stadt Jenakiewo im Gebiet Donezk tätig war, hat in einem Interview für den TV-Sender Ukrlife.tv seine ukrainischen Kollegen dazu ermutigt, unter „Einhaltung der Konspiration“ den Verletzten des Konflikts im Donbass, also denjenigen, die „die Rechtmäßigkeit der ukrainischen Regierung nicht anerkennen“, ärztliche Behandlung zu verweigern sowie ihnen gar zielgerichtet zu schaden.

„Tschernow riet den Ärzten, solchen Patienten Medikamente zu verabreichen, die nicht für die Behandlung bestimmt sind und darum den Tod herbeiführen können“, heißt es auf der offiziellen Webseite des Ermittlungskomitees.

Die Ermittler leiteten laut dem Sprecher Wladimir Markin ein Strafverfahren wegen Anstiftung zur Verwendung verbotener Methoden der Kriegsführung ein.

Im Interview, das am 17. Juni auf YouTube veröffentlich wurde, gab der Arzt zu, eine „bestimmte Strategie“ erarbeitet zu haben. Diese bestehe unter anderem darin, den „feindlichen Patienten“ mit Medikamenten maximalen Schaden zuzufügen.

„Wenn man will, kann man einen Menschen mit solchen Medikamenten so umbringen, dass es auf den ersten Blick wie ein Herzinfarkt oder Hirnschlag erscheint“, so der Anästhesist weiter.

„Um dahinter zu kommen, dass ein Mensch ermordet wurde, bedarf es eines teuren und gründlichen Gutachtens“, so Tschernow. Den Eid des Hippokrates sieht der ukrainische Arzt dabei nicht als „Freibrief zur Unterstützung des Feindes“.