
Die Höhle mit einer Bodenfläche von etwa 270 m² befindet sich etwa 670 Meter über dem Meeresspiegel und etwa 28 Meter oberhalb des rechten Ufers des Anui, eines linken Nebenflusses des Ob. Sie ist eine wahre paläontologische Fundgrube im sibirischen Altai-Gebirge.
Nun haben die Forscher während ihrer Ausgrabungen dort eine sieben Zentimeter lange Nähnadel gefunden, die nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vom Homo sapiens hergestellt und benutzt wurde, sondern von dem sogenannten Denisova-Menschen (auch Homo altaiensis genannt).
Dabei handelt es sich um eine Population der Gattung Homo, die zwar eng mit den Neandertalern und den anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) verwandt ist, jedoch genetisch von beiden Arten unterschieden werden kann.
Nähnadel stammt aus Knochen unbekannten Vogels
„Es ist die einzigartigste Entdeckung dieser Saison, sie könnte sogar als sensationell bezeichnet werden. Ab heute ist es die älteste Nadel der Welt", erklärte Professor Mikhail Shunkov vom Institute of Archaeology and Ethnography in Novosibirsk voller Stolz. Man nimmt an, dass die Nadel in mühevoller Handarbeit aus den Knochen eines großen Vogels angefertigt wurde. Die Forscher haben bisher jedoch große Schwierigkeiten, genau bestimmen zu können, welche Vogelart dies wohl gewesen sein könnte.
Die Denissowa-Höhle, die Fundgrube der Paläontologen
Die Denissowa-Höhle ist für die Paläontologen eines der weltweit reichsten Quellen an Fossilien, die ein Zeitfenster von rund 282.000 Jahren abdeckt. Zu den anderen Hinterlassenschaften der Denisova-Menschen, die dort entdeckt wurden, gehört unter anderem ein etwa 40.000 Jahre altes Armband aus einem makellos polierten grünen Stein. Dieser älteste Steinschmuck der Welt deutet darauf hin, dass diese Urmenschen bereits hochqualifizierte Handwerker waren (wir berichteten).



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