Videos und Fotos von Kobolden sind etwas ganz Besonderes - der dänische Astronaut Andreas Mogensen hat sie dennoch eingefangen. Ah ja, Sie ahnen es: Es geht nicht um die Fabelwesen, die sich bekanntermaßen unsichtbar machen können, nein, es geht um sogenannten Sprites (eben Kobolde), um blaue Blitze, die bei Gewittern nach oben aus der Wolkendecke herausschießen. Bei seiner Mission auf der Internationalen Raumstation ISS sei es Andreas Mogensen schon 2015 gelungen, mit einer besonders sensiblen Kamera Bilder von dem Phänomen zu machen, berichtet die Europäische Weltraumorganisation (ESA) jetzt. Erst 1989 wurden erstmals Sprites auf Fotos festgehalten - jetzt gibt es sogar ein 160 Sekunden langes Video davon. Die blauen Blitze (englisch Blue Jets) entladen sich bei Gewittern oberhalb der Wolken und sehen im wahrsten Sinne fantastisch aus. Selbst die Wissenschaftler ziehen den Vergleich zu flüchtigen Geistererscheinungen heran.


Satelliten hätten zwar bereits versucht, das Phänomen einzufangen, hieß es von der ESA. Sie hätten aber keinen guten Winkel gehabt, um Daten sammeln zu können. Das 160 Sekunden lange Video von Mogensen zeigt 245 leuchtende Blitze, die aus der Spitze eines Wolkenturms schießen. "Es passiert nicht jeden Tag, dass man ein neues Wetterphänomen auf Film einfangen kann, deshalb bin ich sehr froh über das Ergebnis - aber vor allem, weil Forscher diese faszinierenden Gewitter bald genauer untersuchen können", sagte der Astronaut.

Neben den Blue Jets gibt es übrigens noch weitere Erscheinungsformen mit sagenhaften Namen: die Red Sprites (Roten Kobolde) und die Elves (Elfen). Sind bestimmt auch schöne Fotomotive.