Cyber-Angriff mit WannaCry und seine Verbreitung
Unbekannte Erpresser haben mit dem Computervirus "WannaCry" weltweit mehrere zehntausend Rechner lahmgelegt und große Unternehmen geschädigt.

In Russland waren laut der Agentur Interfax auch Regierungsstellen, die Polizei und Banken betroffen. Der französische Autohersteller Renault hielt in mehreren Werken die Produktion an. Die britischen Krankenhäuser, in denen der Angriff zuerst bekannt geworden war, arbeiten seit dem Nachmittag wieder weitgehend normal, wie Innenministerin Rudd mitteilte. Lediglich in sechs von ursprünglich 48 betroffenen Einrichtungen gebe es noch Probleme. Die europäische Polizeibehörde Europol sprach von einem Vorfall bislang beispiellosen Ausmaßes.

© dpa
Gehackte Anzeigetafel der Bahn
In Deutschland hat das Bundeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Die Erpresser-Nachricht war unter anderem auf Anzeigetafeln der Deutschen Bahn zu sehen, auch die Logistik-Tochter Schenker war betroffen. Das Bundesinstitut für Sicherheit in der Informationstechnik rief eventuelle weitere Opfer auf, alle Vorfälle zu melden. Der Grünen-Politiker von Notz warf den Sicherheitsbehörden und den Geheimdiensten vor, selbst ein Interesse an der Verletztlichkeit von IT-Systemen zu haben. Die Sicherheitslücke, die für den aktuellen Angriff genutzt wurde, sei zuvor im Besitz des US-Geheimdienstes NSA gewesen, betonte von Notz im Deutschlandfunk.

Durch eine Schwachstelle im Betriebssystem Windows war es unbekannten Tätern gelungen, die Daten auf den Computern zu verschlüsseln. Für die Freigabe fordern sie Lösegeld. Auf drei verschiedenen anonymen Konten, die in den Erpresserbotschaften genannt werden, wurden bisher umgerechnet rund 22.000 Euro eingezahlt.