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Schon kleine Mengen haben gravierende Auswirkungen auf das Gehirn.
Oxford - Bei Männern und Frauen, die über Jahrzehnte hinweg fünf bis sieben Flaschen 0,5-l-Bier und somit etwa 110 bis 170 g reinen Alkohol pro Woche konsu­mieren, ist das Risiko einer Schrumpfung des Hippocampus doppelt bis dreimal so hoch wie bei Nichttrinkern. Darüber hinaus schnitten die moderaten Alkoholtrinker bei einigen Sprachtests schlechter ab als Abstinenzler. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der University of Oxford, die im British Medical Journal publiziert wurde (2017; doi: 10.1136/bmj.j2353).

Die negativen Effekte von hohem Alkoholkonsum sind hinlänglich untersucht. Doch zu den potenziellen Schäden eines moderaten Genusses - also fünf bis sieben 0,1-l-Gläser Wein oder 0,5 l Bier pro Woche - gibt es nur wenig aussagefähige Untersuchungen.

Im Rahmen der Whitehall-II-Gesund­heitsstudie wurden 550 Männer und Frauen im Alter von durchschnittlich 43 Jahren zwischen 1985 und 2015 unter­sucht. Keiner der Probanden war zu Beginn der Studie Alkoholiker. Je mehr Alkohol die Teilnehmer pro Woche tranken, desto größer war auch der Schwund an Gehirnmasse im Hippo­campus, der für das Gedächtnis und die räumliche Orientierung zuständig ist. Wer umgerechnet zehn 0,5-l-Flaschen Bier (5 Vol-%) pro Woche (240 Gramm reiner Alkohol) zu sich nahm, hatte das größte Risiko einer sichtbaren Hippocampus-Atrophie im Magnetresonanztomografen (Odds Ratio: 5,8; Konfidenzintervall (CI): 1,8 - 18,6; p ≤ 0,001). Bei einem moderaten Alkoholkonsum lag die Wahrscheinlichkeit für einen Schwund im Hippocampus immer noch bei einer Odds Ratio von 3,4 (1,4 - 8,1; p = 0,007). Wer hingegen maximal 56 g Ethanol in Form von etwa fünf 0,1-l-Glä­sern Wein/Sekt pro Woche trank, hatte keinen Vorteil gegenüber Nicht-Trinkern.