
© Sott.netVorgeschlagene und abgesagte genderneutrale Schreibweise
In Dokumenten, die von französischen Behörden erstellt werden, ist ab sofort die Nutzung von Pünktchenwörtern verboten. Dabei handelt es sich um die abgekürzte Schreibweise von geschlechtsneutralen Bezeichnungen. Diese Anordnung erließ Ende November 2017 der französische Premier Edouard Philippe.
Er will durch das Pünktchenwörter-Verbot dafür sorgen, dass die Dokumente der Behörden auch in Zukunft klar verständlich bleiben. Was für die Behörden gilt, muss in den Schulen ebenfalls umgesetzt werden.
Dagegen laufen nun diejenigen Sturm, die sich für eine weitere Verbesserung der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen einsetzen.
Kommen Pünktchenwörter auch in der deutschen Sprache vor?In Frankreich wird die Bezeichnung verwendet, weil die Darstellung beider Geschlechter in einem Begriff mit Pünktchen geschrieben wird. Ein Beispiel dafür ist "député.e.s" für Damen und Herren im Parlament. In Deutschland sind andere Schreibweisen üblich. Eine lange Tradition hat beispielsweise die Schreibweise "Wähler/innen", wenn Vertreter beider Geschlechter gemeint sind. Seit einiger Zeit kommt alternativ auch die Schreibweise "Wähler*innen" zum Einsatz. Vereinzelt wird an das Stammwort mittlerweile einfach ein "x" angehängt. Das bereitet vor allem dann Probleme, wenn Texte, in denen solche Schreibweisen enthalten sind, maschinell übersetzt werden sollen.
Verein Deutsche Sprache fordert ähnliche RegelungenDer 1997 gegründete Verein Deutsche Sprache hat auf die Anordnung des französischen Premiers bereits reagiert.
Er forderte, diese Schreibweisen auch in der deutschen Schriftsprache zu verbieten. Dabei verwiesen die Mitglieder des Sprachvereins darauf, dass im Deutschen die Pluralvarianten zur Bezeichnung beider Geschlechter besser geeignet sind. Außerdem gibt es an vielen Stellen alternative Möglichkeiten, indem beispielsweise für die Bezeichnung männlicher und weiblicher Studenten der allgemeine Begriff "Studierende" verwendet wird. Der Verein Deutsche Sprache übt außerdem noch an anderer Stelle Kritik. Sein Ziel besteht in der Erhaltung des Deutschen als eigenständige Sprache. Deshalb geht der Verein auch gegen die massenhafte Übernahme von Anglizismen und die Bildung scheinbar deutscher Wörter aus dem Englischen vor, sofern es nutzbare deutsche Bezeichnungen dafür gibt.
Kommentar:
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