Der Name Agent Provocateur kommt aus dem Französischen und steht für provozierender Agent oder Lockspitzel. Es ist eine Person, die im Auftrag der Regierung oder sogar von verdeckten Dritten (z. B. Geheimdiensten) gesetzeswidrige Handlungen provozieren soll und sie auch selber initiiert. Ihre Aufgabe ist es zum Beispiel verdeckt bei sozialen Bewegungen zu stören, mit dem Ziel, dass Demonstrationen eskalieren und es zu Gewalttaten kommt.
provokateur, agents provocateurs
Im Juli 2017 gab es schwere Auseinandersetzungen bei den G20-Demonstrationen in Hamburg. Die Randale war teilweise so schwer, dass sich die Polizei Ende Dezember letzten Jahres entschloss, Fahndungsfotos zu veröffentlichen und zusätzlich eine spezielle Gesichtserkennungssoftware für die Überwachungsaufzeichnungen einzusetzen, damit die Randalierer ermittelt werden können. Durch diese Fahndung steht auch ein Polizist aus München unter Verdacht, dass er mit vollen Bierdosen auf seine Kollegen während der G20-Demonstrationen warf - verletzt wurde niemand. Zufällig besuchte er mit seiner Freundin auch die "Rote Flora" - ein besetztes autonomes Zentrum in Hamburg. Gegen den Polizisten Oliver D. wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Ein Disziplinarverfahren bei Beamten kann bedeuten, dass sie bei vollem Gehalt freigestellt werden, und dieser eventuell eine Bewährungsstrafe bekommt. Ein ähnlicher Fall ist ein Berliner Kommissar - selbst bekannter Neonazi, der für 10 Jahre bei vollem Gehalt suspendiert wurde.

Doch zurück nach Hamburg. Ob der unter Tatverdacht stehende Oliver D. nun wirklich ein Agent Provokateur ist, der rein zufällig entdeckt wurde, oder einfach nur ein Idiot, ist dabei offen. Fakt ist, dass Agenten Provokateure bei Demonstrationen zum Einsatz kommen, damit diese eskalieren und im Nachhinein ein schlechtes Bild von beiden Seiten gezeichnet werden kann - von der Polizei, den Demonstranten und natürlich auch den Gegendemonstranten. Statistisch gesehen üben Menschen - wie z.B. Polizisten - mitunter Berufe aus, in denen sie ein bestimmtes äußeres Bild repräsentieren, wobei sie in ihrem Privatleben oft dann genau das Gegenteil verkörpern: Gegen das Gesetz stehend, Verbrechen verübend - selbst sogar gegen die eigenen Kollegen.

Allgemein kann im Zusammenhang mit den Agenten Provokateuren gefragt werden, wer hinter dem Schwarzen Block oder extremen Demonstranten im Allgemeinen steckt, egal ob links oder rechts - cui bono? Und wer hat einen Nutzen davon, wenn Demonstrationen eskalieren? Denn am Ende führen diese Aktionen nur zu noch mehr Leid, mehr Gewalt, mehr staatlicher Repression und mehr Spaltung in der Bevölkerung. Eigentlich ein perfektes Rezept für die teilweise psychopathische Elite, Demonstrationen in Zukunft einfacher zu verhindern und verschiedene Gruppen gegeneinander auszuspielen. Und das ist dabei das vorrangige Ziel: die Bevölkerung zu spalten.

Politische Ponerologie
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Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke
Dazu ein paar Auszüge aus Laura Knight-Jadczyks Artikel: Anleitung zum Enttarnen von COINTELPRO-Agenten
Geheimdienste, Polizei und andere Organisationen können und werden jede Gruppe infiltrieren, die eine Bedrohung für das etablierte System darstellt. Zu diesem Zweck haben sie bereits Scheinorganisationen eingerichtet. Der Zweck solcher Organisationen ist, jede echte Volksbewegung zu verhindern, die für Gerechtigkeit, Frieden oder den Freien Willen eintritt.

Zur Neutralisierung eines potenziellen Aktivisten kann folgender Weg gegangen werden: Man bringt ihn in eine Gruppe bzw. Organisation, die ihre Sache falsch macht. Warum?
  • die Nachricht wird nicht verbreitet,
  • viel Zeit wird verschwendet,
  • der Aktivist wird frustriert und entmutigt,
  • nichts Nützliches wird verrichtet.
Geheimdienste, Polizei und andere Organisationen können und werden jede Gruppe infiltrieren, die eine Bedrohung für das etablierte System darstellt. Zu diesem Zweck haben sie bereits Scheinorganisationen eingerichtet. Der Zweck solcher Organisationen ist, jede echte Volksbewegung zu verhindern, die für Gerechtigkeit, Frieden oder den Freien Willen eintritt.

Agenten können in kleinem, mittlerem oder großem Ausmaß eingesetzt werden; sie können männlich, weiblich und von jedem beliebigen ethnischen Urspung stammen.

Die tatsächliche Größe der zu infiltrierenden Gruppe oder Bewegung ist irrelevant. Es ist die lediglich das Potenzial der Bewegung auschlaggebend, das Spione und Saboteure anzieht.

Diese Anleitung zählt einige von Agenten verwendete Taktiken auf, die Vorgänge verlangsamen, einschlafen lassen, oder Aktivisten kontrollieren. Die Aufgabe eines Agenten ist, den Aktivisten in den vom etablierten System eingerichteten Organisationen zu halten, damit er unter Kontrolle bleibt.
Um ihr Ziel zu erreichen, wenden die Agenten unterschiedliche Kontrollmanöver an. Zum Beispiel können sie innerhalb der Gruppe vereinzelte Leute schlecht machen - sogar einschüchtern, oder andere loben und bestärken. Knight-Jadczyk zählt dann weiter unterschiedliche Typen von Agenten auf, die zum Einsatz kommen können - Agenten als Saboteure, als Informanten und eben auch als Provokateure:
Agenten als Saboteure

Manche Saboteure behaupten, Aktivisten zu sein. Sie gehen folgendermaßen vor:
  • Schreiben von enzyklopädischen Flugzetteln (oder Internetseiten),
  • geben Flugzettel/Internetseiten nur in einer Sprache heraus,
  • halten Demonstrationen nur dort ab, wo es niemanden stört,
  • schlagen reiche Personen als Sponsoren vor, anstatt "Bottom-up"-Unterstützung der breiten Masse anzusetzen,
  • entwerfen Banner und Plakate, die schwer lesbar oder verständlich sind,
  • verkomplizieren Sachverhalte,
  • stellen falsche Forderungen,
  • schließen Kompromisse,
  • veranstalten endlose Diskussionen, die Zeit vergeuden,
  • bieten Essen und Trinken an, was die Diskussionen verlangsamt,
  • etc.
Agenten als Provokateure
  • etablieren 'Anführer' nur um sie anschließend zu stürzen,
  • schlagen vor, dumme oder illegale Dinge zu tun, um die Aktivisten in Schwierigkeiten zu bringen,
  • ermutigen Militanz,
  • sticheln gegen Autoritäten,
  • versuchen den Werten der Aktivisten zu schaden,
  • versuchen Gewalt anzuzetteln; Aktivismus sollte immer frei von Gewalt sein,
  • versuchen Aufstände unter Leuten zu provozieren, die nicht auf die Reaktion der Autoritäten vorbeitet sind,
  • etc.
Agenten als Informanten
  • wollen, dass jeder sich überall einschreibt und unterschreibt,
  • stellen viele Fragen und sammeln Daten,
  • wollen wissen, an welchen Ereignissen der Aktivist teilnimmt,
  • bringen den Aktivisten dazu, sich zu verteidigen, um dadurch seinen Glauben, seine Ziele, und Bekenntnisse offenzulegen,
  • etc.
Wie wir sehr oft in unseren Radioshows erwähnt haben, ist es sehr wichtig - allgemein und im Speziellen - sich Wissen über Psychopathen anzueignen, und dass man mit anderen Menschen Netzwerke aufbaut, wo ein offener Austausch stattfindet: doch Vorsicht dabei, dass man sich keinen Psychopathen ins Boot holt.