Beim Zusammenstoß eines Interregio-Expresszuges (IRE) mit einem Sattelzug am Bahnübergang Sipplingen ist am Montag Schaden von einer Viertelmillion Euro entstanden. Grund war ein Wendemanöver.
interregio express
Bei der Kollision in Sipplingen (Bodenseekreis) waren 16 Menschen leicht verletzt worden, unter ihnen der Lkw-Fahrer und der Zugführer. Vier Verletzte blieben über Nacht zur Beobachtung in einem Krankenhaus, teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit. Der 51-jährige Sattelzugfahrer war beim Wenden an der Bahnstrecke am Montagmorgen mit seinem Auflieger auf die Gleise geraten. Ein mit etwa 100 Menschen besetzter Interregio-Express konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und prallte in den Auflieger.

Die Strecke war danach stundenlang gesperrt. Der Lkw-Fahrer war in den Ort gefahren, obwohl die Zufahrt aufgrund einer Baustelle gesperrt war. Warum er das missachtete, war auch am Dienstag zunächst unklar.

Die Ladung des Lkw, Kartoffelmehl und leere Glasflaschen, verteilte sich durch den heftigen Aufprall am Bahnübergang von Sipplingen. Die Aufräumarbeiten dauerten mehrere Stunden. Weil der IRE nach der Kollision auf offener Bahnstrecke stand, hatte die Feuerwehr ein Podest gebaut, um die Fahrgäste aus den Waggons zu holen.
"Es ist glimpflich ausgegangen. Der Zug ist nicht entgleist, und es gab keine Schwerverletzten im Zug. Wir haben Glück gehabt."

Karl-Heinz Biller, Kommandant der Feuerwehr Sipplingen
Der Zug wurde im Frontteil stark beschädigt und war nicht mehr fahrbereit. Er wurde in einen nahen Bahnhof geschleppt. Die Deutsche Bahn organisierte einen Ersatzverkehr mit Bussen.