In Frankreich sind laut Behörden 283.000 Menschen gegen die hohen Spritpreise auf die Straßen gegangen. Sie blockierten Straßen und stoppten Autos. Für eine Frau endete der Protest tödlich.
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"Macron démission" ("Macron tritt zurück") rufen die wütenden Demonstranten. In ihren gelben Warnwesten, den Gilets Jaunes, laufen sie mitten auf der Fahrbahn die Champs Elysées herunter. Nachdem viele von ihnen am Vormittag die Pariser Ringautobahn Periphérique blockiert hatten, sind sie jetzt auf dem Weg zum Amtssitz des Präsidenten, zum Elysée-Palast.

"Wir sind hier, weil die Steuern steigen, vor allem die auf Benzin und Diesel", sagt Stéphanie. "Und irgendwann ist das Maß dann voll. Wir haben die Schnauze voll von den Steuererhöhungen. Wir zahlen nur noch Steuern, Steuern, Steuern." Der Demonstrant Albert sagt: "Was wir uns von der Demo vor dem Elysée erhoffen? Nichts." Er wisse genau, dass es wenig bringt. "Aber vielleicht verstehen die da oben wenigstens, dass das Volk wütend ist und dass sie das die Macht kosten kann."

Angst vor dem Verkehrskollaps

Sicherheitskräfte hindern die Protestierenden daran, direkt vor den Elysée-Palast zu ziehen. Tausende Menschen stehen auf dem Place de la Concorde und blockieren den Verkehr an einem der größten Knotenpunkte von Paris. Einige versuchen, die Polizeisperren zu durchbrechen.

Ein großes Problem für die Polizisten ist, dass kaum eine Demonstration im Vorfeld angemeldet wurde und niemand für die Organisation verantwortlich ist. Der Protest hatte sich dezentral über die sozialen Netzwerke organisiert: "Unsere Befürchtung ist, dass hier Menschen protestieren, die keine Erfahrung mit Demonstrationen haben", sagt Innenminister Christophe Castaner am Morgen.

Tragische Unfälle während des Protests

Die Zwischenfälle im Laufe des Tages gaben ihm Recht. Ein tödlicher Unfall ereignete sich an einer Straßenblockade in der Nähe von Grenoble. Mindestens 227 Menschen wurden an Straßenblockaden im ganzen Land verletzt. Am Tunnel des Mont Blanc setzten Polizisten Tränengas gegen die Protestierenden ein.
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Vor allem die extreme linke und extreme rechte Opposition werfen der Regierung vor, die Tote und die Verletzten gingen auf ihr Konto. Diese Ansicht teilt der Chef der konservativen Republikaner, Laurent Wauquiez, zwar nicht, trotzdem attackiert auch er die Regierung für ihre Steuerpolitik: "Ich habe schon vor einem Jahr Alarm geschlagen. Ich habe sehr früh gemerkt, dass die Steuererhöhungen nicht haltbar sind." 15 Euro mehr zahlen die Bürger für das Volltanken. "Das ist unverhältnismäßig. Deshalb müssen wir den Protestlern beistehen." Alle gewählten Volksvetreter müssen die "Gilets Jaunes" unterstützen.

Regierung Macron bleibt hart

Frankreichs Regierung hält trotz der heftigen Proteste an der Steuererhöhung für Diesel und Benzin fest. Mit dem Geld sollen Maßnahmen unter anderem gegen die Luftverschmutzung finanziert werden.

Aber nicht nur die Regierung, auch viele Protestierenden kündigten an, nicht nachgeben zu wollen. Vor allem außerhalb von Paris bereiten sich einige auf eine Nacht an den Blockaden vor. In der Hauptstadt steigt währenddessen die Anspannung. Die Demonstranten mit den gelben Warnwesten versuchen weiter Richtung Elysée-Palast zu gelangen. Die Polizei versucht genau das zu verhindern und setzte bereits Tränengas ein.