Ein Protestzug Tausender Menschen zieht durch Berlin. Die Demonstranten fordern erschwingliche Mieten und wollen Verdrängung stoppen. Auch in anderen Städten sind Aktionen geplant.
#Mietenwahnsinn
© dpa
#Mietenwahnsinn-Demo auf dem Alexanderplatz in Berlin
In Berlin demonstrieren Tausende Menschen für bezahlbaren Wohnraum und gegen Verdrängung durch steigende Mieten. Sie versammelten sich am Mittag am Alexanderplatz im Stadtteil Mitte, von wo aus sie nach Kreuzberg marschieren. Sie endet vor der Arena in Treptow, wo derzeit eine Immobilienmesse stattfindet.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte das Bündnis "Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn", dem rund 100 Mieterinitiativen und Verbände angehören. Hintergrund ist der zunehmende Mangel an erschwinglichen Wohnungen vor allem in Ballungsgebieten.

Als "Miethaie" verkleidet

Die Demonstranten halten Schilder in die Höhe, auf denen Slogans stehen wie "Kein Abriss bewohnbarer Häuser". Manche tragen Masken mit dem Konterfei des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) oder sind als "Miethai" verkleidet. Auch in weiteren Städten - unter anderem in München, Mannheim, Freiburg und Göttingen - waren Protestaktionen geplant.

In Berlin begann zudem eine Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren, das derzeit eine Debatte über Enteignungen auf dem Wohnungsmarkt anfacht. Die Initiative "Deutsche Wohnen und Co. enteignen" will erreichen, dass der Berliner Senat private Wohnungsgesellschaften mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet und vergesellschaftet. In den ersten sechs Monaten müssen sie 20.000 Unterschriften sammeln, damit das Begehren eine Chance hat.

Bei einem Dutzend Wohnungsunternehmen mit rund 240.000 Wohnungen müsste Berlin nach Berechnungen des Senats etwa 30 Milliarden Euro ausgeben. Das Land hat derzeit schon annähernd 60 Milliarden Euro Schulden. Im April 2018 demonstrierten in Berlin bereits 10.000 Menschen gegen die Entwicklung der Mieten.

tin/dpa