Die Tragflächen berührten den Boden: Eine Maschine der Flugbereitschaft ist am Berliner Flughafen Schönefeld hart gelandet. Die Piloten haben offenbar ein Unglück verhindert.
Bombardier 5000
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Regierungsflieger vom Typ Bombardier 5000
Ein Jet der Flugbereitschaft der Bundeswehr ist nach Darstellung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nur knapp einem Unglück entgangen. Die Luftwaffenbesatzung habe es geschafft, "den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern", sagte von der Leyen.

Der Jet vom Typ Global 5000 war am Morgen auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld gelandet und hatte dabei mit beiden Tragflächen den Boden berührt. An Bord befanden sich zwei Piloten und eine Flugbegleiterin, aber keine Passagiere. Die Besatzung habe den Zwischenfall ohne körperliche Schäden überstanden, sagte der Kommandeur Fliegende Gruppe der Flugbereitschaft, Oberstleutnant Stefan Schipke, auf dem Flughafen.

Die Maschine war zuvor aufgrund einer Funktionsstörung nach dem Start umgekehrt. Es ist der nächste Zwischenfall in einer Reihe von Pannen der Flugbereitschaft. Nach Angaben von Schipke liefen derzeit Untersuchungen zu dem Vorfall. Auch am Abend war die Ursache noch unklar. Zunächst sei nicht geplant, alle Flugzeuge des Typs "Global 5000" am Boden zu lassen.

Schönefeld stellt Flugbetrieb ein

Wegen des defekten Flugzeuges auf der Start- und Landebahn hatte der Flughafen Berlin-Schönefeld am Dienstag zwischenzeitlich gesperrt werden müssen. "Derzeit ist die Abfertigung in Schönefeld eingestellt", hatte der Airport auf seinem Twitter-Account mitgeteilt. Die Abfertigung sei kurz nach 9.30 Uhr eingestellt worden, sagte ein Flughafensprecher.

Alle Maschinen, die sich im Anflug auf den Hauptstadtflughafen befanden, wurden umgeleitet. Betroffen von der Störung waren unter anderem vier Ryanair-Flüge von Madrid, Edinburgh, Brüssel und Sevilla, dazu zwei EasyJet-Maschinen und zwei weitere Flugzeuge von El Al und Rossiya. Nach rund zwei Stunden lief der Flugverkehr wieder an.

Maschine war gerade erst in der Werkstatt

Die betroffene Luftwaffenmaschine ist eine von neun Flugzeugen der sogenannten weißen Flotte der Flugbereitschaft und eine von vier Bombardier Global 5000. Die Global 500 sind mit einer VIP-Kabine für kleinere Delegationen von bis zu 13 Personen ausgestattet. Alle vier wurden im Jahr 2011 an die Luftwaffe ausgeliefert. Die Maschine kam nach Angaben der Luftwaffe gerade von der routinemäßigen großen Instandsetzung aus der Werkstatt, die alle 30 Monate durchgeführt wird.

Mit einer Maschine gleichen Typs war Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) in Malawi liegen geblieben und hatte mit einer Linienmaschine weiterfliegen müssen. Dabei handelte es sich um die Maschine mit der Registrierung 14+04, nun war die 14-01 betroffen.

Als "Regierungsflieger" der Flugbereitschaft werden meist die beiden Langstreckenjets vom Typ Airbus A340-300 mit den Namen "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss" bezeichnet, die in den vergangenen Monaten auch mit Pannen von sich reden gemacht hatten. Seit Dezember 2018 ergänzt ein Airbus A320 die Flotte, zu der auch noch ein Airbus A319 CJ und ein Airbus A321 zählen. Im Februar war bekannt geworden, dass die Bundesregierung drei neue A350-Langstreckenjets bekommt.