U-Bahnen blieben stehen, Fahrstühle steckten fest, mehr als 70.000 Menschen saßen stundenlang im Dunkeln. New York, die Stadt, die niemals schläft - wie es heißt -, erlebte einen massiven Stromausfall.
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Ein Blackout hat im New Yorker Bezirk Manhattan über Stunden hinweg das öffentliche Leben beeinträchtigt. Der Gouverneur der US-Metropole, Andrew Cuomo, sagte, ab etwa 19.00 Uhr sei das Stromnetz zusammengebrochen. Der Vorfall sei "gefährlich" gewesen. "Einen Stromausfall in diesem Ausmaß darf man in dieser Stadt nicht haben", betonte Cuomo empört und kündigte eine Untersuchung durch die Behörden an.

Als Ursache für den Mega-Ausfall nannte die Feuerwehr einen Transformatorbrand. Der Chef des Energieversorger Con Edison, John McAvoy, sprach von einem Problem in einem Umspannwerk, das zum Ausfall führte. Der genaue Grund müsse aber noch geklärt werden.

Nach Angaben von Con Edison waren bis zu 73.000 Menschen in Midtown Manhattan und der Upper West Side vom Stromausfall betroffen. Aufzüge blieben stecken, U-Bahn stehen, Ampeln fielen aus und auf dem berühmten Times Square erloschen digitale Werbetafeln. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken, um Menschen aus Notlagen zu befreien.

Spontane Auftritte auf dem Gehweg

Auch im Rockefeller Center fiel der Strom aus, vielfach saßen Kinobesucher plötzlich komplett im Dunkeln. Mehrere Shows auf dem Broadway mussten abgesagt werden. Als "Entschädigung" boten Künstler spontane Auftritte auf dem Gehweg.
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Auch die Carnegie Hall musste nach dem Stromausfall am frühen Abend geräumt werden. Der Chor setzte das Konzert dann einfach auf der Straße fort.
Ebenso musste in der Carnegie Hall ein Konzert abgebrochen werden. Der Saal wurde geräumt, die Sänger beendeten das Konzert vor dem Gebäude.

Alles aus - mitten im vierten Song

Im Madison Square Garden begeisterte Popsängerin Jennifer Lopez ihr Publikum, als gegen 21.30 Uhr mitten in ihrem vierten Song plötzlich alles dunkel wurde. Später wurde die Arena geräumt, im angebundenen Bahnhof Pennsylvania Station behalfen sich Mitarbeiter mit Notfallgeneratoren, um etwas Licht zu haben.

Viele Geschäfte schlossen nach Medienberichten früher als sonst. Etliche Bars und Restaurants hielten dagegen den Betrieb trotz Dunkelheit aufrecht.

Kurz vor Mitternacht gelang es dem Energieversorger Con Edison, den Strom wieder herzustellen. Die Menschen auf den Straßen honorierten dies mit teils lauten Jubelschreien.

Auf den Tag genau - Blackout 1977

Der Stromausfall ereignete sich just am Jahrestag eines Blackouts in New York im Jahr 1977, bei dem fast die gesamte Stadt im Dunkeln saß. Die Folgen damals waren katastrophal: 1600 Geschäfte wurden geplündert, mehr als 1000 Brände gelegt.