
Der Terroranschlag des israelischen Mossad in der libanesischen Hauptstadt, der mit einer Drohne ausgeführt wurde, war nicht nur ein Affront gegen die libanesische Regierung. Er war vor allem eine Provokation gegen die mächtige Schiitenorganisation Hisbollah. Sie ist mit der Hamas verbündet und kontrolliert die dicht besiedelten südlichen Vorstädte von Beirut, wo sich auch die tödliche Explosion ereignete. Bei dem Anschlag sollen neben al-Aruri weitere Kommandeure der palästinensischen Widerstandskämpfer getötet worden sein.
Nasrallah erklärte, dass Israel aufgrund seines Vorgehens im Gazastreifen in der Welt weder ethisch noch rechtlich glaubwürdig sei. Israel sei nun bekannt als "ein Mörder von Frauen und Kindern, der Zivilisten enteignet, aushungert und terrorisiert". Es ist bekannt als das Land, das den "größten Völkermord unserer Zeit" verübt.
Nasrallah betonte, eines der wichtigsten Ergebnisse der Hamas-Operation am 7. Oktober bestehe darin, dass nun auch das Image der USA beschädigt worden sei.
Alle Morde, die Israel im Gazastreifen begehe, würden mit US-Waffen durchgeführt, während die USA alle Bemühungen um einen Waffenstillstand im Rahmen der Vereinten Nationen durch ihr Veto gegen entsprechende Resolutionen des UN-Sicherheitsrats blockiert haben. Niemand lasse sich von den Behauptungen der USA täuschen, dass Israel keine Zivilisten ins Visier nehmen würde, und Nasrallah fragte rhetorisch: "Sind die 20.000 oder mehr palästinensischen Märtyrer zufällig getötet worden?"
Nasrallah enthüllte Details einer internen Diskussion im israelischen Kriegskabinett, bei der ein israelischer General dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zweimal geraten habe, er solle keinen Krieg mit dem Libanon beginnen, weil dies zur Zerstörung von zwei Dritteln Israels führen würde. Damit drohte der Hisbollah-Generalsekretär sinngemäß Israel mit einem totalen Krieg, falls Tel Aviv in Libanon einfallen wolle. "Bis jetzt haben wir uns im Interesse des Libanon zurückgehalten, aber wenn Israel darauf besteht, einen Krieg mit uns zu beginnen, dann werden die Interessen des Libanon verlangen, dass wir bis zum Ende kämpfen, ohne Ende", sagte Nasrallah weiter.
Wegen der angespannten Lage an der israelisch-libanesischen Grenze forderte das Auswärtige Amt in Berlin bereits deutsche Staatsangehörige auf, Libanon so schnell wie möglich zu verlassen. Deutsche, die sich noch in dem Land aufhalten, sollten sich in der Krisenvorsorgeliste zur sogenannten Elektronischen Erfassung von Deutschen im Ausland (ELEFAND) registrieren und "auf schnellstem Wege" ausreisen.



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