Kiew - Die ukrainische Rüstungsindustrie hat eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen: Aus einem Land, das zu Beginn des Ukraine-Kriegs dringend auf Waffenlieferungen aus dem Westen angewiesen war, ist ein Produzent geworden, der mehr herstellt, als die eigenen Streitkräfte verbrauchen können. Präsident Wolodymyr Selenskyj machte das Ausmaß dieser Entwicklung in einer Videobotschaft deutlich: "Aktuell verfügen wir über Produktionsbereiche mit 50 Prozent Überkapazität."
Kommentar: Warum werden dann noch Milliarden in die Ukraine geschickt? Früher ging es häufig darum, dass die Ukraine Waffen und Munition benötigte, jetzt fängt sie an zu exportieren. Werden damit Kredite zurückgezahlt? Villen und Luxusautos gekauft? Zudem gab es in der Vergangenheit immer wieder Meldungen, dass der Schwarzmarkt mit ukrainischen Waffen aufgefüllt wurde und sich ebenso Terroristen davon bedienen.
Der Wandel ist tiefgreifend. Seit dem Einmarsch russischer Truppen im Februar 2022 hat die Ukraine ihre Verteidigungsindustrie in einem beispiellosen Tempo hochgerüstet - vorwiegend im Bereich der Drohnenproduktion, bei Artilleriemunition und Präzisionswaffen. Die Strategie zeigt Wirkung: Die Überkapazitäten, die Selenskyj nun beschreibt, sind das Ergebnis konsequenter Investitionen in die heimische Produktion.
Kommentar: Dafür ist die restliche Industrie kaputt und die überwiegend männliche Bevölkerung wurde getötet, oder sie wird noch zwangsrekrutiert.
Rüstungsboom in Europa - Ukraine will als Lieferant auftreten
Bereits im September 2025 hatte Selenskyj Waffenexporte für das Jahr 2026 angekündigt. Damals formulierte er laut dpa das Ziel wie folgt: "Dank diesem kontrollierten Export werden wir die Drohnenproduktion weiter finanzieren." Die rechtlichen Voraussetzungen dafür wurden im Februar 2026 geschaffen: Seit der Münchner Sicherheitskonferenz dürfen ukrainische Unternehmen erstmals seit Kriegsbeginn wieder Waffen exportieren.
Aktuell verfügen wir über Produktionsbereiche mit 50 Prozent Überkapazität.Das Konzept hinter Selenskyjs Ankündigung ist wirtschaftlich durchdacht: Exporteinnahmen sollen direkt in die weitere Rüstungsproduktion reinvestiert werden. Die Ukraine würde damit ein sich selbst tragendes Finanzierungsmodell aufbauen - und ihre Abhängigkeit von westlichen Hilfsgeldern schrittweise verringern.
Wolodymyr Selenskyj
Kommentar: Das ist ein Witz. Sehr wahrscheinlich haben deshalb vorrangig die Ukraine und die Europäer Angst davor, dass der Krieg endet, denn dann zerfällt die letzte stabile Einnahmequelle.
Waffenexporte aus der Ukraine starten - doch Hürden bleiben
Besonderes Potenzial liegt dabei im europäischen Markt: Europa befindet sich inmitten eines massiven Verteidigungsausbaus. Die Ukraine, deren Industrie im Kriegsmodus hochskaliert wurde, könnte sich als kosteneffizienter Lieferant für Partner positionieren, die ihren eigenen Rüstungsbedarf decken müssen.
So groß die strategische Chance auch ist - eine Reihe offener Fragen bleibt aber. So müssen Exportwaffen internationalen Qualitäts- und Zertifizierungsstandards entsprechen, was bei einer im Kriegsmodus arbeitenden Industrie nicht selbstverständlich ist. Hinzu kommt die politische Sensibilität: Der Export von Waffen aus einem aktiven Konfliktland bewegt sich in einem komplexen rechtlichen und diplomatischen Rahmen.
Auch militärisch gibt es ein Risiko: Zu viel Produktion für den Export könnte im Falle einer erneuten Eskalation im Krieg mit Russland die eigene Versorgung der Streitkräfte gefährden. Und wirtschaftlich tritt die Ukraine nun in direkte Konkurrenz zu etablierten Rüstungsexporteuren wie Deutschland, Frankreich oder den USA.
Quellen: dpa, Welt, Spiegel, Zeit, Handelsblatt
cs




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