Ein Fünf-Zentner-Geschoss wurde nach vergeblicher Entschärfung in sicherer Entfernung des Ortes gesprengt. Kurz nach 16 Uhr gab es Entwarnung. 33 Bewohner wurden sicherheitshalber aus ihren Häusern gebracht und über fünf Stunden im Dorfgemeinschaftshaus betreut und versorgt.

Rothenberga. Am 3. November, kurz nach 16 Uhr, kam vom stellvertretenden Leiter der Sömmerdaer Polizei, Michael Rothe, die erlösende Nachricht: "Die Sprengmeister der Spezialfirma haben die Bombe gesprengt. Die Leute können zurück in ihre Häuser."

Seit etwa 8.15 Uhr hielt die bei Baggerarbeiten im Zuge des neuen Radweges an einer Brücke gefundene amerikanische Fünf-Zentner-Bombe den Ort in Atem. Über den Bauträger - das Landratsamt - wurde der Fund an die Polizei gemeldet.

Feuerwehren aus Rothenberga, Roldisleben und Rastenberg waren im Einsatz, ebenso wie fünf Beamte der Polizei Sömmerda sowie 27 Kräfte der Bereitschaftspolizei, Mitarbeiter des Landratsamtes, des Ordnungsamtes der VG Kölleda und viele Helfer.

Ein Sicherheitsradius von 500 Metern wurde festgelegt. Darin befanden sich 35 Häuser. Nach 10 Uhr begann die Evakuierung von 33 Bewohnern. "Wir haben im Bürgerhaus einen Aufenthaltsort vorbereitet, auch Feuer gemacht. Die Leute sollen nicht so lang auf der Straße stehen", sorgte sich Ortsteilbürgermeisterin Petra Rose.

Doch dass man so lange ausharren musste... Am Fundort konnte die Bombe nicht entschärft werden. Also entschied man sich für eine kontrollierte Sprengung. Dies hätte jedoch, so Michael Rothe, die Erweiterung des Sicherheitsabstandes bedeutet. "Denn die Bombe hatte eine große Sprengkraft". Also wurde die Bombe etwa einen Kilometer entfernt vom Ort in ein Tal gebracht.

Polizeikräfte und auch ein Hubschrauber kontrollierten, dass keiner gefährdet wurde. Zwei Mopedfahrer etwa wurden herausgeholt, ehe die Bombe gesprengt wurde. Gegen 16.45 Uhr beendete auch die Rastenberger Wehr, so Stadtbrandmeister Olaf Appenrodt, diesen langen Einsatz.

Erleichterung gab es auch bei den Anwohnern. Die wurden während der langen Wartezeit mit Getränken, Bockwürstchen und Kaffee versorgt. "Dies übernimmt die Stadt", kündigte Rastenbergs Bürgermeister Uwe Schäfer (FDP) an. Er zeigte sich nicht nur erleichtert, dass die Koordinierung so gut klappte - einige Rothenbergaer benötigten und bekamen Tragehilfe, Medizin etc. - sondern, dass sich die Menschen in dem 230-Seelen-Ortsteil auch so geduldig und einsichtig zeigten.

Dass ein amerikanischer Flieger im zweiten Weltkrieg zwei Bomben abwarf und eine nicht explodierte, weiß auch Petra Rose aus Erzählungen der Älteren. Nun ist der Spuk vorbei. Und nach der ganzen Aufregung könne man nun gemeinsam und froh Kirmes feiern.