Das soziale Netzwerk Facebook hat eigenen Angaben zufolge einen Spam-Angriff, der Nutzerprofile mit gewaltverherrlichenden und pornografischen Bildern überhäuft hatte, weitgehend gestoppt. Allerdings wurden mehr als 800 Millionen Nutzer von dem Unternehmen aufgefordert, weiter wachsam zu sein. Nutzer-Daten oder Profile seien bei der Attacke nicht gefährdet worden, wie Facebook versicherte.

Die Seiten von sozialen Netzwerken sind beliebte Ziele für die Versender unerwünschter Massensendungen (Spam), weil die Nutzer Inhalten von „Freunden“ eher vertrauen. Das erleichtert die Verbreitung von Massensendungen und auch Computerviren.

Die Art, wie die jüngsten Spam-Botschaften verbreitet wurden, ist nicht neu. Ihr Inhalt - abstoßende Gewalt und Pornobilder - hat aber offenbar die Empfänger mehr als üblich erschüttert. Auf den Facebook-Seiten und über den Kurznachrichtendienst Twitter häuften sich die Klagen.

Bei dem Angriff wurden Facebook-Mitglieder dazu verleitet, bösartige Links in die Adresszeile ihres Browsers zu kopieren. Durch eine Sicherheitslücke im Browser wurden die Inhalte dann unabsichtlich an Freunde verbreitet. Die Inhalte wurden weiterverbreitet, sobald die Freunde auf den Link klickten, weil sie dachten, dieser sei absichtlich versendet worden.

Niemals unbekannte Codes in die Adresszeile kopieren

Das Unternehmen riet den Nutzern, niemals unbekannte Codes in die Adresszeile ihres Browsers zu kopieren. Sie sollten stets einen aktuellen Browser benutzen und jeglichen verdächtigen Inhalt auf der Seite melden.

Das Netzwerk gab an, dass es Schutzmechanismen eingebaut habe, um schnell bösartige Seiten und Konten zu löschen, die die Sicherheitslücken ausnutzen wollten. „Unser Team hat schnell reagiert und wir haben den meisten Spam aus dieser Attacke gelöscht“, heißt es in einer Stellungnahme von Facebook. Derzeit würden die Systeme verbessert, um besser gegen ähnliche Angriffe geschützt zu sein.

Facebook durchsucht Links nach Sicherheitskriterien und blockiert diejenigen, die zu Spam führen. Doch das Unternehmen warnt, die Verursacher könnten diesen Schutz umgehen, indem sie Nutzer dazu bringen, gefährliche Links direkt in ihre Webbrowser zu kopieren. Weniger als fünf Prozent der Nutzer erhielten pro Tag Spam und weniger als vier Prozent der Inhalte bei Facebook seien Spam, teilte das Netzwerk mit.

gxb/dapd