Die Empörung in Galicien ist groß. Brandstiftungen könnten ein Naturschutzgebiet mit Eichenwäldern aus der Jungsteinzeit schädigen.

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© dpaLodernde Flammen im Naturpark »Fragas do Eume«
Die Brände sind gelöscht, die mehrere Tage im nordspanischen Naturpark »Fragas do Eume« wüteten. Dort wachsen seit der Jungsteinzeit Eichen, von denen hunderte Hektar verbrannt oder geschädigt wurden. Bei der Gemeinde A Capela wurden drei Brandherde entdeckt, weshalb die Regionalregierung Galiciens von Brandstiftung spricht. Ihr Justizminister versichert, dass die Polizei »intensiv an der Aufklärung arbeitet«.

Am Rand der Fragas do Eume seien die Brände so gelegt worden, dass der starke Wind die Flammen schnell in den Naturpark treiben würde. Das Gelände sei sehr steil, womit ein schnelles Löschen praktisch unmöglich wurde. Nach Ansicht von Manuel Meizoso haben die Brandstifter den »idealen Ort und die ideale Zeit« gewählt. Mehrfach kamen dem Bürgermeister von A Capela die Tränen, als er am späten Dienstag vor vielen Bürgern der 1500-Seelen-Gemeinde von der Regierung forderte, nun alles für die Regenerierung der abgebrannten Flächen zu tun.

Der sozialistische Bürgermeister geht mit der konservativen Regionalregierung hart ins Gericht. Hätte man nicht eigenhändig die Flammen bekämpft, wären auch viele Häuser abgebrannt. Niemand habe geholfen, weder die Feuerwehr noch das eingesetzte Militär, kritisiert der Bürgermeister. Meizoso blickt nun nicht nur auf eine schwarze Umgebung, sondern auch auf eine schwarze Zukunft der Region. Nun räumt auch das galicische Umweltministerium ein, dass gut 1000 Hektar Wald verbrannt sind, davon 370 im Naturschutzgebiet.

Vermutet wird, dass hinter den Brandstiftungen ökonomische Gründe stehen. Schon jetzt werde im und um den Naturpark immer mehr Eukalyptus (siehe Lexikon) für die Papierfabrik in As Pontes angebaut. Diese Bäume brennen anders als die ursprünglichen Eichenwälder schnell und heftig. Auf den Demonstrationen, an denen sich viele Tausend Menschen beteiligt haben, wurde immer wieder angesprochen, dass mit dieser Brandrodung wohl erneut Flächen zum Anbau des schnellwachsenden Industriebaums geschaffen werden sollen. Greenpeace vermutet aber auch einen Zusammenhang mit Minenprojekten. Der Brand sei am Wochenende vor Ostern nahe der Stelle gelegt worden, wo die Firma »Picobello Andalucita S.L« Andalusit abbauen will. Gefordert wird von der Staatsanwaltschaft, mögliche Zusammenhänge aufzuklären. Für die Vereinigung zum Schutz der Ökologie Galiciens (Adega) sind die vielen Brände derzeit kein Zufall und nicht allein der Dürre geschuldet. Allein im laufenden Jahr seien in Galicien mehr als 6000 Hektar Wald Bränden zum Opfer gefallen, vor allem in Naturschutzgebieten wie Limia-Xurés, O Courel, Macizo Central und Fragas do Eume.