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Ein hochmodernes russisches Flugzeug mit 44 Menschen an Bord ist bei einem Testflug in Indonesien verschwunden. Die Chancen auf ein glückliches Ende stehen schlecht. Das Prestigeobjekt macht nicht zum ersten Mal Probleme.

Die Maschine vom Typ Suchoi Superjet 100 sei vom Radarschirm verschwunden, bestätigte ein Sprecher des Luftfahrtkonsortiums OAK am Mittwoch in Moskau. Die Funkverbindung mit der Maschine sei bei dem Test nahe der indonesischen Hauptstadt Jakarta abgebrochen, hieß es.

Ein russischer Luftfahrtexperte sagte, es gebe wenig Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang. An Bord seien acht Russen und 36 Vertreter indonesischer Fluggesellschaften gewesen. Nach Angaben aus Jakarta handelte es sich allerdings um 40 Indonesier. Demnach waren bis zu 48 Insassen an Bord des Passagierfliegers.

Hersteller hatte mit Triebwerksproblemen zu kämpfen

Der auch mit westlicher Technik ausgestattete Superjet 100 ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion entwickelt wurde. Moskau hat mit der Maschine ehrgeizige Pläne. So soll der in Kooperation mit Boeing sowie europäischen Unternehmen entwickelte Superjet auf dem Weltmarkt den Branchenriesen Bombardier aus Kanada und Embraer aus Brasilien Konkurrenz machen.

Erst vor kurze hatte die Zivilsparte des Kampfjet-Herstellers Suchoi die offizielle Zulassung für die Europäische Union erhalten. Allerdings hatten Triebwerksprobleme die Auslieferung des Fliegers bislang verzögert. Mit dem Demonstrationsflug sollte er potenziellen Käufern vorgeführt werden. Taucht der Jet nicht wieder auf, wäre dies auch ein herber Rückschlag für die russische Flugzeugindustrie.

Das Schlimmste wird befürchtet

Das Flugzeug befand sich auf einer Demonstrationstour durch sechs asiatische Länder. Derzeit wird das Schlimmste befürchtet. Die Maschine bleibt verschollen. „Wir suchen noch danach“, sagte der Chef der indonesischen Luftfahrtbehörde, Herry Bakti Singoyudha, in Jakarta. „Wir wissen nicht, was passiert ist.“ Das Flugzeug sei in der Gegend des rund 2200 Meter hohen Vulkans Salak vom Radarschirm verschwunden, ergänzte er. Kurz zuvor habe die Besatzung darum gebeten, die Flughöhe verringern zu dürfen. Ein Sprecher des russischen Luftfahrtkonsortiums OAK bestätigte in Moskau, dass auch die Funkverbindung mit der Maschine während des Tests abgerissen sei.

„Sie haben zwei Demonstrationsflüge gemacht“, sagte Adang Surpiyadi, der Kommandeur des Halim-Militärflughafens in Jakarta. Der Kontakt zu der Maschine sei nur rund zwölf Minuten nach dem Start zum zweiten Flug abgebrochen. Der örtliche Fernsehsender Trans TV berichtete, an Bord seien auch einer ihrer Reporter sowie ein Kameramann gewesen. „Wir können sie nicht erreichen“, sagte Chefredakteur Gatot Triyanto. Das Flugzeug habe sich auf einer Demonstrationstour durch sechs asiatische Länder befunden, hieß es weiter.

is/jh/dpa