Am Samstagnachmittag haben mehrere Tausend Personen in Bern friedlich gegen die Verschärfung des Asylgesetzes demonstriert, die der Nationalrat kürzlich verabschiedet hat.
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© NZZ / Adrian Krebs
Bern - Trotz bestem Badewetter versammelten sich am frühen Samstagnachmittag laut Schätzungen der Organisatoren rund 5000 Menschen vor der Reithalle auf der Berner Schützenmatte, um anschliessend gemeinsam in einem bunten Demonstrationszug auf Umwegen vor das Bundeshaus zu ziehen.

"Rettungsschirm für Flüchtlinge"

Viele der Demonstrantinnen trugen Ballone mit sich, die unter anderem postulierten, dass kein Mensch illegal sei. Andere wickelten die von der Gewerkschaft Unia zur Verfügung gestellten Banner um den Körper, auf denen ein "Stopp der Fremdenfeindlichkeit" gefordert wurde.

Neben diesen quasi offiziellen Demo-Insignien trugen die Teilnehmer des Demonstrationszuges zahlreiche selber gebastelte und meist kämpferisch beschriftete Utensilien mit, zum Beispiel einen Sonnenschirm, der als "Rettungsschirm für Flüchtlinge" diente.

"Zuviele reden mit, ähnlich wie beim Fussball"

Die Demonstration richte sich in erster Linie gegen die laufende und vom Nationalrat bereits gutgeheissene Asylgesetzrevision, sagte der Geschäftsführer der organisierenden "Solidarité sans Frontières", Moreno Casasola. Man wende sich aber auch gegen die Stimmungsmache, fuhr er fort. Es sei im Moment ein veritables Asylbashing im Gang, monierte er. Ähnlich wie beim Fussball meinten zu viele Leute, sie müssten mitreden, obwohl sie keine Ahnung von der Materie hätten.

Nach einem Sit-in vor dem Zytglogge bewegte sich der Zug auf den Bundesplatz weiter, wo mehrere Redner und Rednerinnen aus den über 80 teilnehmenden Organisationen in ihren Voten die Ziele der Demonstranten unterstrichen. So wurde vor sich schnell lichtenden Reihen unter anderem betont, dass die Ausländerinnen und Ausländer als Sündenböcke für Probleme hinhalten müssten, die andere verursacht hätten, namentlich die "Abzocker" kamen dabei mehrmals an die Kasse. Die Demonstration verlief friedlich.