Eine Schutzzone für Wale im Südatlantik ist am Einfluss Japans gescheitert. Ein Drittel der Mitglieder der Internationalen Walfangkommission stimmte in Panama gegen den brasilianischen Vorschlag.

Die Einrichtung einer Schutzzone für Wale im Südatlantik ist am Widerstand Japans und seiner Verbündeten gescheitert. Auf dem jährlichen Treffen der Internationalen Walfangkommission in Panama-Stadt stimmte ein Drittel der stimmberechtigten Mitgliedstaaten gegen den Vorschlag, die Jagd auf Wale im südlichen Atlantik zu verbieten. Damit verfehlte die Initiative das nötige Quorum von 75 Prozent Zustimmung.

Für die Schutzzone stimmten 38 Länder, dagegen 21. Zwei Staaten enthielten sich. Jose Truda Palazzo von der brasilianischen NGO Catacean Conservation Center warf Tokio vor, das Abstimmungsverhalten einiger Staaten durch Hilfsleistungen beeinflusst zu haben. "Es ist schwer vorstellbar, dass Nauru oder Tuvalu sich für das Schutzgebiet interessieren oder sich damit befasst haben. Sie stimmen dagegen, weil Japan sie dazu beauftragt."

Palazzo hatte in seiner Zeit als Brasiliens Repräsentant bei der Walfangkommission den Vorschlag für ein Schutzgebiet im Südatlantik mit eingebracht. Mit-Einbringer waren Argentinien, Südafrika und Uruguay.

Japan besteht auf Tradition

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt allerdings die darin enthaltene Möglichkeit, jedes Jahr hunderte Meeressäuger offiziell zu Forschungszwecken zu töten - verhehlt aber nicht, dass das Walfleisch verzehrt wird. Nach Auffassung des Landes handelt es sich beim Walfang um eine jahrhundertealte Tradition, die nicht verloren gehen dürfe.

Japans strikte Ablehnung einer Schutzzone im Südatlantik und damit in einer Region, in der ohnehin schon lange keine Wale mehr gejagt werden, gilt als Zeichen anhaltender Spannungen in der Walfangkommission. Der japanische Vizeminister für Fischerei, Takahiro Sasaki, sagte in Panama-Stadt: "Die Spaltung zwischen Ländern mit einem kulturellen Interesse am Walfang und Ländern ohne diesen Bedarf rüttelt an der Substanz der Internationalen Walfangkommission." Diese hält derzeit in Panama-Stadt ihr jährliches Treffen ab.

(AFP, N24)