
© DPABrand im Asylbewerberheim: Bei dem Feuer in Stuttgart wurden neun Menschen verletzt
Als die Feuerwehr eintraf, brannte das Haus schon lichterloh: Bei einem Brand in einem Asylbewerberheim in Stuttgart sind mindestens neun Menschen verletzt worden. Hinweise auf einen Anschlag gebe es bislang nicht, erklärt ein Sprecher der Polizei.Stuttgart - Flammen schlagen aus dem Haus, Menschen springen aus Fenstern und seilen sich mit einem Bettlaken aus dem oberen Stockwerk ab: Bei einem Feuer in einem Asylbewerberheim am Samstagmorgen im Stuttgarter Stadtteil Heumaden haben sich mindestens neun Menschen verletzt. Die Brandursache sei noch unklar.
"Wir haben aber keine Hinweise auf einen Anschlag von außen", sagte ein Polizeisprecher. Laut Deutschem Rotem Kreuz wurde ein Mensch mit schweren Brandverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Acht weitere Bewohner erlitten leichte Verletzungen, die meisten Rauchgasvergiftungen.
Nach Angaben des Polizeisprechers meldete ein Zeuge am frühen Samstagmorgen den Brand in dem Asylbewerberheim. Das zweite Obergeschoss und der Dachstuhl des Gebäudes gingen den Angaben zufolge in Flammen auf. Nach den bisherigen Ermittlungen des Branddezernats war das Feuer in einem Raum im ersten Obergeschoss des Wohnheims aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen und hatte sich schnell in den zweiten Stock ausgebreitet. Dabei müssen sich in der Unterkunft dramatische Szenen abgespielt haben. Wie ein Feuerwehrsprecher berichtete, waren auf der Flucht vor den Flammen zwei Menschen aus dem Fenster gesprungen, ein Mensch seilte sich an einem Tuch ab.
Laut Polizei befanden sich etwa 30 Asylbewerber in dem Gebäude, als das Feuer ausbrach. Zuvor waren die Verantwortlichen von deutlich mehr Betroffenen ausgegangen. Die Betroffenen wurden von den Rettungskräften und einem Kriseninterventionsteam betreut. Mitarbeiter der Stadt Stuttgart wollten sich um die um die weitere Unterbringung der Menschen kümmern.
Ermittler können Gebäude noch nicht betretenDie Geretteten standen den Angaben zufolge unter Schock, sie wurden von Feuerwehr und Rettungskräften betreut. Der Sachschaden wird dem Sprecher zufolge auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Wann nähere Erkenntnisse zur Brandursache vorliegen, war unklar, da sich die Ermittlungen wegen der Einsturzgefahr schwierig gestalteten. Die Ermittler konnten das Gebäude zunächst nicht betreten. Ein Bagger habe am Mittag damit begonnen, Gebäudeteile abzutragen, damit man an die Zimmer komme.
Nach Angaben der Stadt sind insgesamt 65 Asylbewerber betroffen, 35 konnten kurzfristig in ähnlichen Unterkünften untergebracht werden. Für die anderen suche man nach einer Lösung, versicherte ein Sprecher.
nik/dpa
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