Bundeswehr-Auto geht in Flammen auf

In einer offenbar koordinierten Aktion sind am Wochenende in Hamburg mehrere politisch motivierte Anschläge verübt worden. In Niendorf beschmierten die Täter das Haus des FDP-Bundestagsabgeordneten Burkhardt Müller-Sönksen. In Lohbrügge war es der Chef von Olaf Scholz' Senatskanzlei, Staatsrat Christoph Krupp (SPD), dessen Haus beschmiert wurde. In Wandsbek zündeten unbekannte Täter einen Opel Insignia der Bundeswehr an. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Gegen vier Uhr früh schlichen sich am Sonnabend die Täter an das Haus des FDP-Politikers. Er selbst hörte Geräusche, konnte sie aber nicht einordnen. Erst am Morgen sah er, was geschehen war: Die Täter hatten mit grüner Farbe gefüllte Glühbirnen gegen die Fassade geworfen. Für Müller-Sönksen ist es der zweite Anschlag dieser Art. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren wurde ein vergleichbarer Farbanschlag auf sein Haus verübt. "Ich persönlich nehme die Tat gelassen. Sie wird auf keinen Fall irgendeinen Einfluss auf meine politische Arbeit im Bundestag oder als Mitglied des Verteidigungsausschuss haben", sagte er. Gegen 7.30 Uhr entdeckte Staatsrat Christoph Krupp schwarze Kreuze an der Eingangstür und am Briefkasten seines Wohnhauses. Auch die Tür eines Nebeneingangs und das Garagentor waren besprüht worden. In diesem Fall war nicht nur der Politiker betroffen. Die Täter hatten in der Umgebung auch drei Autos von Anwohnern beschmiert.

Auf dem Gelände des Bundeswehrkrankenhauses in Wandsbek wurde bei einem Fahrzeug nahe des Hubschrauberlandeplatzes Feuer gelegt. Den Brand selbst auf dem umzäunten Gelände hatte zunächst niemand bemerkt. Erst gegen 6.50 Uhr wurde das ausgebrannte, noch leicht qualmende Wrack entdeckt und die Polizei informiert.

In allen drei Fällen hat die Polizei keine Hinweise auf die Täter. Auch das Motiv für die Anschläge ist unklar. Die Polizei geht davon aus, dass es eine Bekennung zu den Taten geben wird. Ob ein Zusammenhang mit Autobränden besteht, die vor wenigen Tagen in Wandsbek und Wilhelmsburg verübt wurden, ist unklar. In einem Fall war ein finnischer Konzern betroffen, der seine Produkte auch an das Militär liefert.

zv